Windkraft

Initiative bereitet Bürgerbegehren vor

Altengamme. Drei Stunden dauerte die jüngste Sitzung der "Bürgerinitiative Windkraft Altengamme" (BI-W-Ag) im Norddeutschen Haus - begleitet von hitzigen Diskussionen. Danach war klar: Die Altengammer wollen jetzt Nägel mit Köpfen machen.

Volker Antonczyk und Hilfried Schulke vom Horster Damm sowie Willy Timmann vom südlichen Zipfel des Brookdeichs bereiten ein Bürgerbegehren vor, um einen Bürgerentscheid beantragen zu können.

Drei Prozent der wahlberechtigten Bergedorfer müssen das Begehren unterstützen. Mit seiner Unterschrift lehnt der Unterzeichner die Änderung des Flächennutzungsplanes für Altengamme, Ochsenwerder und Neuengamme ab. Wie berichtet, sollen dort die modifizierten Eignungsgebiete für Windenergieanlagen ausgewiesen werden, die dann für Altengamme und Ochsenwerder mehr, für Neuengamme weniger Anlagen vorsehen. Zudem soll im F-Plan die Gesamthöhe auf 150 Meter begrenzt werden. Die Unterzeichner des Bürgerbegehrens sprechen sich dagegen für eine Beschränkung auf 100 Meter Gesamthöhe und einen Abstand von mindestens 1000 Metern zu den Wohngebäuden aus.

"Unsere Forderung ist nicht, gar keine Windräder, sondern größere Abstände zur Wohnbebauung", sagt Willy Timmann. Hilfried Schulke mag sich gar nicht ausmalen, welchen Ausblick er künftig von der Terrasse seines denkmalgeschützten Hauses hat, wenn statt der 90 Meter hohen Anlage, deren Rotorspitzen nur knapp über die eigens gepflanzten Bäume reichen, eine 150 Meter hohe Anlage in den Himmel ragt.

Wie alle Gegner der für das Landgebiet "überdimensionierten" Windräder kritisieren die drei Nachbarn der Altengammer Eignungsfläche den mit 45 dBA zu hohen Lärmgrenzwert und die Befeuerung, die für Anlagen von mehr als 100 Metern Höhe Pflicht ist. "Nachts ist es hier stockdunkel, weil es so gut wie keine Straße gibt", sagt Volker Antonczyk. "Da wirkt das rote Blinklicht noch störender." Schon jetzt leidet er während der Wintermonate unter dem Schlagschatten eines benachbarten Windrades. "Mit einem größeren Rotor wird sich die Situation nicht verbessern - im Gegenteil."

Auf Unverständnis stößt bei den drei Anwohnern auch der geplante Windpark in Curslack, wo südlich der A 25 und nördlich des Wasserwerks Curslack fünf bis zu 180 Meter hohe Windräder stehen sollen. "Weiß die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt nichts von den Plänen des Senats, die Sternwarte bei der Unesco als Weltkulturerbe anzumelden?", fragt Timmann und verweist auf Dresden, wo der Bau der Waldschlösschenbrücke zur europaweit bislang einmaligen Aberkennung des Welterbetitels führte. "In diesem Fall wird Hamburg ihn wahrscheinlich gar nicht erst bekommen", sagt Schulke.

Schließlich kritisierte Willy Timmann in einem Schreiben an Umweltsenatorin Jutta Blankau, dass er bei der bisherigen Information über die Eignungsgebiete in den Vier- und Marschlanden das Thema "Brandschutz" vermisst habe.