Rettungsaktion

Junger Mann springt von Brücke

Curslack. Ein Mann aus Curslack ist am Dienstagnachmittag von der Eggers-Mindt-Brücke am Heinrich-Stubbe-Weg gesprungen und in der Dove-Elbe untergegangen. Feuerwehrtaucher konnten den 25-Jährigen erst nach mehr als 20 Minuten leblos aus dem Wasser ziehen.

Längere Zeit versuchte der Notarzt am Ufer, das Opfer wiederzubeleben, dann brachte ein Rettungswagen ihn unter künstlicher Beatmung in das Krankenhaus St. Georg. Ob der Mann überlebt hat, stand bis zum Abend nicht fest.

"Er kam, nur mit einer Boxershorts bekleidet, auf die Brücke gelaufen", berichtet André Brüdigam aus Curslack, der gegen 14.30 Uhr die Brücke mit dem Fahrrad querte. "Der Mann guckte mehrmals über das Geländer ins Wasser, stieg dann über die Brüstung und sprang einfach hinunter." Dabei sei er zunächst mit den Füßen am Geländer hängen geblieben und dann kopfüber in den Fluss gestürzt. "Er ist noch ein-, zweimal aufgetaucht, schnappte nach Luft und war dann weg", sagt der 18-Jährige geschockt. Er hatte noch überlegt, hinterherzuspringen, rief dann aber lieber die Feuerwehr.

Diese rückte mit einem Großaufgebot am Heinrich-Stubbe-Weg an. Neben der Berufsfeuerwehr Bergedorf kamen die freiwilligen Helfer aus Curslack und Neuengamme, der Rettungshubschrauber des ADAC, die DLRG und die Rettungstaucher aus Billstedt. Zunächst suchten die Helfer von Booten aus nach dem Verunglückten, einige Feuerwehrleute sprangen auch beherzt in das Wasser, das unter der Brücke nur knapp zwei Meter tief ist. Erst den Tauchern gelang es jedoch, bei schlechter Sicht unter Wasser den Mann auf dem Grund der Dove-Elbe zu orten. Mit einem Kleinboot brachten die Retter ihn an Land, der Notarzt begann umgehend mit der Reanimation.

Warum der Mann in die Dove-Elbe sprang, muss nun die Kriminalpolizei ermitteln. Der direkt an der Brücke wohnende Arbeitslose soll sich zuvor mit einem Freund heftig gestritten haben. Nach Angaben der Polizei und des Augenzeugen soll er zudem sichtlich betrunken gewesen sein. Die Polizei ermittelt daher in Richtung Suizid. Dazu passt jedoch nicht, dass der Mann vorher seine Kleidung ablegte. Zudem ist die Brücke gerade mal etwa drei Meter über der Wasseroberfläche.

"Da springen im Sommer häufiger mal Jugendliche ins Wasser", wissen Anwohner. Ein Schild verbietet das Baden unter der Brücke - lebensgefährlich. Denn auf dem Grund liegen Einkaufswagen, Betonblöcke und jede Menge Müll.