Hausdeich

Wie aus einer kleinen eine komplizierte Sache wurde

Neuengamme (ld). Mehr als ein Kopfschütteln haben Günter Stark und Enzo Carluccio für die Situation vor ihren Häusern am Neuengammer Hausdeich nicht mehr übrig.

Als vor zwei Jahren die Straße neu geteert wurde, hatten sie gehofft, dass der etwa ein Meter schmale und etwa 15 Meter lange Streifen zwischen ihren Vorgärten und der Straße ebenfalls befestigt wird. Doch die Hoffnung war vergebens: Vor Hausnummer 428 und 430 blieb der Schotter. "Was soll der Quatsch. Warum ist der Schiet geblieben?", schimpft der 65-jährige Enzo Carluccio.

Die Grundeigentümer sind sichtlich verärgert, denn nach starkem Regen wird der Bereich regelmäßig überschwemmt. Die Folge: Sand und kleine Steinchen werden die abschüssige Hofauffahrt hinuntergespült und verstopfen die Abflussrinne. Im Winter sei der Bereich für Bewohner und Spaziergänger gefährlich, da er schnell von einer glatten Eisschicht überzogen wird: "Das mit Streuen in Ordnung zu halten, ist kaum möglich", sagt Stark.

In Eigeninitiative den Bereich zu pflastern, ist ebenfalls nicht möglich, da er nicht zu den Grundstücken von Stark und Carluccio gehört. Deswegen hat Günter Stark öfter versucht, vom zuständigen Wegewart zu erfahren, warum gerade vor den beiden Grundstücken nichts passiert ist - aber bisher keine Antwort bekommen. "Wir wissen nicht mehr, was wir tun sollen", sagt Stark.

Thomas Schöning vom Fachamt Management des öffentlichen Raums kann den Frust nachvollziehen: "Erst nach Abschluss der Bauarbeiten wurde festgestellt, dass nach Regenfällen auf dem Schotterabschnitt ständig Wasser steht", räumt er ein. Von den Hausherren bisher unbemerkt haben ihre Bemühungen beim Bezirksamt aber Wirkung gezeigt: "Im Juli sollen die Bauarbeiten über die Bühne gehen. Das kann ich garantieren", sagt Schöning. Da die Bauarbeiten in dem Bereich bereits abgeschlossen waren, gab es keine 1 500 bis 2 000 Euro mehr für die Befestigung des Schotterstreifens. "Das Geld musste erst aus einem anderen Projekt abgezogen werden", sagt Schöning. "Eigentlich eine kleine Sache, aber wesentlich komplizierter als gedacht."