Platzmangel

In der Stadtteilschule wird es eng

Foto: BGZ / Wiebke Schwirten / Schwirten

Kirchwerder. Angesichts wachsender Schülerzahlen wird der Platz in der Stadtteilschule immer knapper. Mehr als die Hälfte der 33 Klassen wird in Container-Klassenräumen unterrichtet. Einige Klassen sollen gar auf die Räumlichkeiten der Schule Curslack-Neuengamme ausweichen.

Die Stadtteilschule Kirchwerder platzt aus allen Nähten. Nach den Ferien werden sechs neue fünfte Klassen eingerichtet, startet die Sekundarstufe II mit zwei elften Klassen. Erstmals werden von den 33 Klassen mehr in mobilen denn in festen Klassenräumen untergebracht. Trotzdem reicht der Platz nicht aus.

Deshalb sollten nach den Ferien drei zehnte Klassen in einem derzeit leer stehenden Schultrakt der Schule Curslack-Neuengamme untergebracht werden. Betroffene Schüler und Eltern, die erst Anfang dieser Woche davon erfuhren, liefen gestern gegen dieses Vorhaben Sturm, informierten auch unsere Zeitung. Mit Erfolg. Gestern Abend wurde nach Gesprächen mit der Schulleitung entschieden, dass die Klassen und entsprechende Lehrer zunächst nur an einem Tag in der Woche für den Fachunterricht (Physik, Chemie, Sport) nach Curslack-Neuengamme pendeln sollen. Damit ist die Grundproblematik allerdings nur bis zu den Herbstferien vertagt.

Fakten sind: Die Stadtteilschule wächst bereits im kommenden Jahr auf 780 Schüler, 80 weitere steuert insgesamt die angegliederte Grundschule bei, die eine neue erste Klasse einrichten wird. Auch das Lehrerkollegium wächst auf 55 Kräfte. Schon im aktuellen Schuljahr reichten die Raumkapazitäten für den Sportunterricht nicht aus, wurden zehn Sportstunden an der Grundschule Curslack-Neuengamme gegeben. Es herrscht nicht nur an Klassen- und Fachräumen Mangel, ebenso wird es im Lehrerzimmer und anderen Verwaltungsräumen eng, müssen Anforderungen der Inklusion zurückstehen. Eine Situation, die sich weiter verschärfen wird, wird im Endausbau der Schule doch mit einer Schülerzahl von 1100 und etwa 90 Lehrkräften gerechnet.

Die Entwicklung hat auch verkehrliche und infrastrukturelle Konsequenzen. Daher wird schon lange ein Verkehrsgutachten angemahnt, das jetzt nach Informationen der Schulbehörde in Arbeit ist. Immerhin steht Kirchwerder zudem offenbar weit oben in der Prioritätenliste: „Nach dem größten Schulbauprojekt in Hamburg, der Stadtteilschule/Gymnasium Lohbrügge, ist das nächste Großprojekt in Bergedorf die Stadtteilschule Kirchwerder. Über die Sommerferien wird die konkrete Bauplanung erstellt und bis Ende August vorgestellt“, erklärt Peter Albrecht, Sprecher der Schulbehörde. Nicht mehr zu erfahren war gestern, warum nicht schon jetzt für Kirchwerder mehr mobile Klassenräume gekauft werden, die mit Abriss der alten Schulräume ohnehin gebraucht werden. Der Wunsch der Eltern ist klar: „Keine Entscheidungen nach Gutsherrenart!“. Wenn eine große Stadtteilschule mit gymnasialer Oberstufe in Kirchwerder gewollt sei, müssten auch die Konditionen dafür geschaffen werden, ohne, dass die Schüler die Leidtragenden seien.