800 Jahre St. Severini

Riesenbeifall für herrliche Klangwelten zum Auftakt der Festwoche

Kirchwerder (gb). Einen glanzvollen Auftakt für die Festwoche 800 Jahre St. Severini steuerten die 10. Bergedorfer Musiktage bei.

Auf deren Einladung musizierten in St. Severini die Solisten Friederike Adamski (Sopran), Christoph Eß (Horn), die Kantoreien St. Andreas und St. Severini, instrumental von der Hamburger Camerata und Ekkehard Richter (Orgel) begleitet.

Unter der Leitung von St.-Andreas-Kantor Jürgen Henschen eröffneten sie das Programm mit der Kantate "Meinen Jesum lass ich nicht" von Max Reger. Die kühne Harmonik, transparente Wiedergabe von sechs Versen, ein kräftiger Klang des Chores und geschickt figurierte Instrumentalbegleitung erfreuten die rund 140 Zuhörer.

Einen Sprung in andere Klangwelt bot das Hornkonzert D-Dur von Joseph Haydn, einfühlsam und stilvoll von dem Solohornisten der Bamberger Symphoniker und einem der gefragtesten Hornisten Deutschlands, Christoph Eß, interpretiert. Schwungvoll-virtuos die schnellen Ecksätze, melancholisch das Adagio, alles im steten Dialog mit dem klein besetzten Orchester. Riesenbeifall.

Ein Hauptwerk des Abends war das "Requiem" des britischen Komponisten John Rutter, der als einer der bedeutendsten und populärsten Komponisten von Chor- und Kirchenmusik der Gegenwart gilt. Eine herrliche Klangwelt: Nahezu verträumt der Eingangschor "Requiem aeternam", wunderbarer Sanctus, hochliturgisch und von stilisierter Hirtenmusik begleitet der 23. Psalm "The Lord is my shepard" (Der Herr ist mein Hirte), andächtig der abschließende Satz "Lux aeterna", bei dem sich die Sopranistin Friederike Adamski und der Chor im Gebet vereinten. Ob die Reger-Kantate oder Rutter-Requiem, beide Werke sind grundsätzlich für große, speziell hallende Kirchen konzipiert. Die Akustik von St. Severini kann diesen Hall-Effekt natürlich nicht bieten. Umso beachtlicher, dass es Jürgen Henschen gelang, bei beiden Werken alles geschmackvoll auszubalancieren.