Hoffnung

Drama um den Eichbaumsee

Foto: BGZ / Bluhm Katrin / Bluhm

Allermöhe. Die Zustände im Eichbaumsee spitzen sich weiter zu. Nach dem jüngsten Fischsterben arbeiten Experten fieberhaft an einer Strategie zur Rettung des Sees - und auch die Leser der BZ machen sich Gedanken.

Nicht nur Wissenschaftler, Behörden und der Angelsport-Verband Hamburg überlegen, wie der Eichbaumsee in Allermöhe gerettet werden kann. Das jüngste Fischsterben in dem früher beliebten, aber bereits seit Jahren gesperrten Badesee hat auch die Leser unserer Zeitung zu Vorschlägen bewogen.

Immer wiederkehrend dabei ist die Idee, den Eichbaumsee im Osten und Westen ein Stück weit zur Dove-Elbe hin zu öffnen. Die Hoffnung: So würde Bewegung in den See gebracht, könnte sich die starke Konzentration der giftigen Blaualgen verteilen und aufgrund weniger günstiger Lebensbedingungen im Fluß schließlich abbauen.

Helmut Hoffmann, Leiter des Fachamts Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt im Bezirksamt Bergedorf, fürchtet, dass so eher „der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben würde“. Auch Stefanie Schäfermeyer-Gomm von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) hält das Vorhaben für nicht Erfolg versprechend.

Weniger kritisch sei dabei weniger die Tatsache, dass bei einer Öffnung Blaualgen in die Dove-Elbe gelangen. Der nur sehr schwach fließende Seitenarm der Elbe führe ohnehin in dem Bereich jeweils ähnlich viele Algen wie der See. Der Zulauf in den See macht mehr Sorgen.

Tatsächlich gab es in den Anfangsjahren des 20 Hektar großen und bis zu 16 Meter tiefen Sees, der 1972 beim Bau der Autobahn 25 entstanden ist, einen direkten Zugang zur Dove-Elbe. Er schien aber mitverantwortlich für die hohe Phosphatbelastung des Seebodens zu sein und wurde mit dem Bau der Regatta-Strecke 1977 geschlossen. Denn damals wie heute führt die Dove-Elbe vorbei an landwirtschaftlichen Flächen und reichert sich auf diesem Weg Phosphor an, das von den gedüngten und gespritzen Feldern kommt. Und Phosphor ist nun mal die Lieblingsspeise der Blaualgen.

Zudem hat die Dove-Elbe verschiedene Mischwasserzuläufe, führt Schifffahrt und nimmt Abwässer auf. Bakterielle Stoßbelastungen sind möglich, es ist kaum berechenbar, was jeweilig in den See einströmen wurde. Fraglich ist, ob die Wasserqualität den Bestimmungen der Europäischen Union für Badegewässer noch entsprechen würde.

Fakt ist, dass der Eichbaumsee auch in diem Jahr für Badende gesperrt bleiben wird. Ob er je wieder geöffnet wird, kann derzeit niemand sagen. Bis Jahresende soll die Wirkung des Bentophos, das zur Bindung des Phosphors eingebracht wurde, beobachtet und analysiert werden.

Zu hoffen bleibt, dass in Kooperation der zuständigen Stellen – BSU, Bezirk und Angler – eine tragfähige Lösung gefunden werden kann.