Grossfeuer im Holzhafen

Yacht sollte nächste Woche zu Wasser gelassen werden

Moorfleet. "Ich habe das Feuer bei der Entstehung entdeckt, sofort zu Feuerlöschern und dem Gartenschlauch gegriffen, aber da gab es keine Chance." Rudolf Wenck, dem bärtigen Inhaber der Bootslagerung am Holzhafenufer, stehen die Tränen in den Augen.

Die Flammen hätten sich explosionsartig auf die 100 Quadratmeter große Bootshalle ausgebreitet. "Schlimm", schluchzt Seebär Wenck. "Sehr schlimm, wenn man zusehen muss, wie das Schiff eines Kunden abfackelt."

Besonders tragisch: Die zehn Meter lange Segelyacht war ein Neubau, gerade fertig geworden. Nächste Woche sollten die Twin-Kiele montiert und das Schiff zu Wasser gelassen werden. Daraus wird nichts mehr. Das Großfeuer hat am Freitagmorgen die Yacht, eine 100 Quadratmeter große Bootshalle, mehrere Lager- und Werkstattcontainer und einen Bauwagen auf dem Gelände der Bootslagerung zerstört. Die Feuerwehr war mit mehreren Löschzügen stundenlang im Einsatz. Der Sachschaden beträgt etwa 100 000 Euro.

Gegen 9 Uhr meldeten gleich mehrere Anrufer den Brand: "Aufgrund der Anrufe, lösten wir sofort die zweite Alarmstufe aus", berichtete Feuerwehrsprecher Martin Schneider am Einsatzort. Schnell waren die freiwilligen Retter aus Moorfleet und Spadenland sowie Berufsfeuerwehrleute aus Veddel, Billstedt, Berliner Tor und Wandsbek am Holzhafenufer. Auch Spezialisten der Technik- und Umweltwache rückten an. Die Flammen wüteten auf dem von der Straßenseite her zugänglichen Areal der Bootslagerung.

"Wir haben gleichzeitig fünf Strahlrohre eingesetzt. Dadurch ist es uns gelungen, ein Übergreifen der Flammen auf weitere Hallen und Boote zu verhindern", sagt Schneider. Bis auch die letzten Glutnester abgelöscht waren, zogen sich die Löscharbeiten weitere zwei Stunden lang hin. Unter anderem mussten die Helfer die in zwei Etagen übereinander stehenden Container und den völlig ausgebrannten Bauwagen komplett ausräumen. Dabei setzte der Einsatzleiter eine Wärmebildkamera ein, um heiße Stellen im Brandschutt ausfindig zu machen.

Vermutlich ist das Feuer durch Arbeiten mit einem Winkelschleifer entstanden. Funkenflug oder das heiße Schleifgerät haben Gras entzündet, die Flammen griffen dann auf die Bootshalle über, teilte die Polizei mit. Erst im Januar war am Moorfleeter Deich eine Lagerhalle mit mehr als 50 Booten in Flammen aufgegangen.