Pusteblume

Spielen und dabei die Welt entdecken

Kirchwerder. Es begann mit einem privaten Spielkreis, den eine Handvoll Kinder besuchten - zu Hause bei Rena Bornhöft am Kirchenheerweg.

Innerhalb von zwei Jahren kamen immer mehr kleine Jungen und Mädchen zu der vierfachen Mutter, denn 1985 gab es kaum Kindergärten in den Vier- und Marschlanden. Es war nur eine Frage der Zeit, dass die Erzieherin in ihrem Zuhause an räumliche Grenzen stieß. So kamen sie und die Eltern zu dem Schluss, das Ganze professionell anzugehen. Wer die Leitung übernehmen könnte, lag für alle Eltern auf der Hand: "Willst du das nicht machen?", fragten sie Rena Bornhöft. Sie wollte und wagte den Schritt in die Selbstständigkeit.

Das war die Geburtsstunde des Kindergartens Pusteblume. Ein Jahr lang suchten Rena Bornhöft und die Eltern nach Räumen. "1987 fanden wir dann eine Wohnung im 'Lindenhof' am Süderquerweg", sagt die 55-Jährige, die den Kindergarten nun seit 25 Jahren leitet. Die Einrichtung wuchs kontinuierlich, sodass Rena Bornhöft auch noch eine Ausbildung zur Sozialfachwirtin absolvierte. 2004 folgte der Umzug in eine ehemalige Gaststätte am Sander Deichweg, deren großzügige Räume aufwendig umgestaltet und das Außengelände in einen naturnahen Spielplatz verwandelt wurden.

Heute bietet die "Pusteblume" eine ganztägige Betreuung für etwa 40 Kinder in einer Krippen- und einer Elementargruppe an. Das Team - sieben pädagogische Mitarbeiterinnen und die Leiterin - zeichnet sich durch Kompetenz, eine langjährige, erfolgreiche Zusammenarbeit und einen hohen fachlichen Qualifizierungsgrad in der pädagogischen Arbeit aus. So ist die "Pusteblume" seit 2010 nach dem Qualitätsentwicklungsverfahren des Hamburger "Sozial und alternativer Wohlfahrtsverband" (SOAL e. V.) für Kindertagestätten zertifiziert. "Diese dreijährige Qualifizierung gab uns eine neue Sichtweise auf Pädagogik", sagt Rena Bornhöft.

So wird den Kindern am Sander Deichweg viel Freiraum, viel Zeit zum freien Spielen eingeräumt. "Von der Angebotspädagogik sind wir weit entfernt", sagt die Leiterin. "Uns ist wichtiger, dass die Kinder die Welt entdecken und wir sie auf diesem Weg begleiten." Bei Ausflügen in die Natur - vor allem an die Elbe - lernen sie die heimische Pflanzen- und Tierwelt kennen. Viele Themen werden als Projekte angeboten, sodass sich die Kleinen über einen längeren Zeitraum mit ihnen beschäftigen können. Oft kommt dabei eine kleine Dokumentation heraus, die für Kinder und Eltern gleichermaßen eine schöne Erinnerung ist. Und: Musik spielt am Sander Deichweg ebenfalls eine wichtige Rolle.

Wer sich sein eigenes Bild von dem Kindergarten an der Elbe machen möchte, hat dazu am Sonnabend, 12. Mai, Gelegenheit. Dann feiert die Einrichtung von 11 bis 18 Uhr anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens ein großes Sommerfest. Das Team hat eine Fotoausstellung über das vergangene Vierteljahrhundert zusammengestellt, eine weitere Ausstellung zeigt eine Auswahl von Bastelarbeiten der Kinder. Zudem haben Eltern ein Theaterstück einstudiert, ein Zauberer verblüfft mit seinen Tricks. "Eingeladen sind alle Kinder, Eltern, Nachbarn und natürlich Ehemalige", sagt Rena Bornhöft, die unter Telefon (040) 723 07 41 zu erreichen ist.