Curslacker Heerweg

Das Bezirksamt geht mit gutem Beispiel voran

Curslack/Fünfhausen. Was alles unter den Sammelbegriff "Graben" fällt, kann am Curslacker Heerweg eindrucksvoll begutachtet werden: Von sanften Grasmulden bis zu einem zugewucherten Wäldchen, durch das sich ein völlig verstopfter Wasserlauf zieht, ist dort alles vertreten. Weder die eine noch die andere Variante ist einer gut funktionierenden Entwässerung zuträglich.

Das zeigte sich nach den starken Regenfällen im Dezember und Januar vor allem an zwei Abschnitten: in der kleinen Sackgasse des Heerwegs - kurz vor der A 25 - und in Höhe der Häuser Nummer 98 und 100.

"An diesen beiden Punkten gab es ordentliche Überschwemmungen", teilte Tiefbauchef Joachim Bruschke den Politikern des Regionalausschusses mit. "Dort herrschen unhaltbare Zustände." Einer wurde bereits behoben. In Höhe der Häuser Nummer 98 und 100 lief der Graben über und flutete Radweg und Fahrbahn. "Wir haben den Ablauf durchgespült, jetzt funktioniert er wieder", sagte Bruschke.

Erheblich aufwendiger gestalten sich die Arbeiten in der Sackgasse. Dort muss der Graben von Grund auf instand gesetzt werden. Um überhaupt bis zu ihm vordringen zu können, wurden bereits Bäume gefällt und Büsche zurückgeschnitten. Als nächstes sollen die Rohre freigelegt und ersetzt werden. 85 000 Euro wurden für die Ertüchtigung des Grabens veranschlagt. Das Geld stammt aus dem Tiefbauprogramm 2013. "Wenn diese Arbeiten erledigt sind, funktioniert unser Graben", sagte Bruschke. Danach sieht der Tiefbauchef aber die Anlieger in der Pflicht: "Sie sind für die Sauberhaltung der Rohre zuständig."

An deren Pflichtbewusstsein in puncto Grabenpflege hegten die Politiker aber erhebliche Zweifel, sprechen doch die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte eine andere Sprache. Zugeschüttete Gräben und verstopfte Rohre führen am Curslacker Heerweg nach starkem Regen regelmäßig zu Überschwemmungen. Dabei müssen die Anlieger lediglich die Rohre reinigen, die durch die Grundstücks-Überfahrten verlaufen. Der große Rest ist Sache des Bezirksamtes.

"Alles steht und fällt mit einem Ent- und Bewässerungsverband", sagte Peter Gabriel (SPD). "In Ochsenwerder hatten wir früher das gleiche Problem." Diese Form der "bürgerlichen Eigenverantwortung" hätten die Curslacker aber abgelehnt, erwiderte Bezirksamtsleiter Arne Dornquast und spielte auf die Initiative um Dr. Eckhard Aust und Helmut Ragwitz an, die 2006 vergeblich versucht hatten, einen Wasserverband zu gründen.

Für die März-Sitzung soll übrigens ein Vertreter des Wasserwerks in den Ausschuss eingeladen werden.