Stadtteil-Serie: Kirchwerder

Reichlich Platz für Jung und Alt

Kirchwerder. Mit gut 27 000 Menschen stellen die Vier- und Marschlande nur ein knappes Viertel der Bevölkerung im Bezirk Bergedorf, nehmen aber mehr als 80 Prozent der Fläche ein. Somit verfügen die Bewohner über sehr viel Platz.

Welche Konsequenzen sich daraus und aus anderen Kriterien ergeben, verdeutlichen die Zahlen der "Hamburger Stadtteil-Profile 2011", die das Statistikamt Nord bereits im 15. Jahr veröffentlicht. Wir stellen jeden Mittwoch einen der elf Stadtteile vor. Heute: Kirchwerder.

Mit 32,4 Quadratkilometern nimmt Kirchwerder die größte Fläche ein. Im Durchschnitt teilen sich 280 Einwohner einen Quadratkilometer. In den 2571 Gebäuden wohnen 9072 Menschen. Damit ist Kirchwerder auch der bevölkerungsreichste Stadtteil der Vier- und Marschlande. Die unter 18-Jährigen machen 18,2 Prozent der Bevölkerung aus, somit ist Kirchwerder ein relativ junger Stadtteil, denn der Landesdurchschnitt für Hamburg beträgt 15,6 Prozent. Aber auch vielen Älteren bietet der Stadtteil ein Zuhause. So ist die Gruppe "65-Jährige und Ältere" mit 19,5 Prozent vertreten (Hamburg: 19,0). Der Anteil der Ausländer fällt mit 2,0 Prozent verschwindend gering aus (Hamburg: 13,6).

Die Einkünfte der Steuerpflichtigen im Stadtteil Kirchwerder können sich sehen lassen. Im Durchschnitt verdienen sie 32 923 Euro im Jahr und liegen damit sowohl über dem Hamburger (32 505 Euro) als auch weit über dem Durchschnitt des Bezirks (28 535 Euro). Die Anteile der Arbeitslosen und Empfänger von Hartz IV oder Grundsicherung sind verschwindend gering.

Wo viel Platz zur Verfügung steht, wird großzügig gebaut. So befinden sich 76,6 Prozent aller Wohnungen in Ein- und Zwei-Familien-Häusern (Hamburg: 21,0). Die Durchschnittliche Wohnungsgröße beträgt 101,0 Quadratmeter (Hamburg: 72,4). Bauland kostet in Kirchwerder 120 Euro pro Quadratmeter - knapp zwei Drittel weniger als in Hamburg. Ein- und Zwei-Familien-Häuser schlagen mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 1557 Euro zu Buche, während die übrigen Hamburger 2371 Euro berappen müssen. Wegen der weiten Wege gibt es auch viele Pkw: 529 je 1000 Einwohner (Hamburg: 340). Unfälle wurden aber lediglich 16 registriert.

Kirchwerder verfügt über eine gute Infrastruktur: zehn Kindergärten, drei Grundschulen, eine weiterführende Schule, 113 Handwerksbetriebe, neun niedergelassene Ärzte und eine Apotheke. Bei der Bürgerschaftswahl 2011 nahmen 64,3 Prozent ihr Wahlrecht wahr (Hamburg: 57,3 Prozent). Stärkste Partei war auch in Kirchwerder mit 44,5 Prozent die SPD (Hamburg: 48,4 Prozent).