Fußball

HSV-Fans zeigen Flagge

Kirchwerder. Der Uefa-Cup muss her. Da gibt es gar keine zwei Meinungen in der HSV-Fan-Hochburg am Kirchwerder Hausdeich. Die Raute spielt hier eine besondere Rolle, in vielen Vorgärten weht die HSV-Flagge.

Um 20.45 Uhr wird das Nordderby HSV-Werder Bremen heute in der HSH Nordbank- Arena angepfiffen. Heute Abend entscheidet sich, ob die Hamburger am 20. Mai zum Uefa-Cup-Finale nach Istanbul reisen. Für die Fans aus Kirchwerder ist das keine Frage: "2:1 für den HSV", tippt Erich Timmann, "die müssen gewinnen und sie werden gewinnen." Auch seine Nachbarn sind siegesgewiss: Von 3:1 bis 2:0 reichen die Tipps. Einige der Fans werden heute Abend im Stadion sein und ihre Mannschaft anfeuern. Die anderen gucken zu Hause oder treffen sich zum "Public Viewing", wie einer scherzt. Bei Alexander Hars können sie gut zusammensitzen und gemeinsam das Spiel im Fernsehen verfolgen.

Einer darf die Begegnung verschlafen: Chris Joris Neustadt, gerade drei Wochen alt. Der Spross von Julia und Holger Neustadt trägt ein Shirt mit der Raute und dem Spruch: "Danke Papi, dass ich ein Hamburger geworden bin." Vielleicht träumt er auch schon von der Rückennummer 5, die sein Namenspate, der HSV-Abwehrspieler Joris Mathijsen, trägt.

Sollte Werder heute Abend doch zur Spaßbremse werden, dann wird das Freitagmorgen auch im Landgebiet ablesbar sein: So manche Flagge dürfte dann auf Halbmast wehen. Doch soweit kommt es nicht: "Rost muss glänzen" ist die Devise. Keeper Frank Rost soll den Hamburger Kasten sauber halten. Die Fans aus Kirchwerder setzen auf ein breites Mittelfeld, "nicht wieder drei Stürmer und bloß kein Elfmeterschießen", sagt Wolfgang Römmer in Erinnerung an das DFB-Halbfinalspiel gegen Werder, bei dem die Rothosen den Kürzeren zogen.

Auch in anderen Vorgärten von Tatenberg bis Altengamme wehen heute die Flaggen mit den Rauten auf blauem Grund, wie bei Günter und Christian Pfeil am Kirchwerder Landweg. Die eingefleischten Fans drücken die Daumen: "Die Mannschaft schafft es. Wir wollen nach Istanbul", sagen sie. Dass vereinzelt in Vierlanden auch Werder-Flaggen wehen sollen, das ficht die Fans aus Kirchwerder nicht an: "Werder? Wer?", fragt Torben Puttfarcken amüsiert.