Ehrenamt

Jugend- und Kulturverein sucht dringend Vorsitzende

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Wiebke Schwirten

Billwerder. Die Einladung zur Hauptversammlung des Jugend und Kulturvereins Billwerder (JKVB) ist anders als sonst. Keine Veranstaltungsplanung für das Jahr, keine Ankündigung für das beliebte "Wir fahren Oma und Opa". Statt dessen unter Punkt sieben der Tagesordnung: "Ggf: Auflösung des Vereins".Finden sich keine Engagierten, droht nach 57 Jahren das "Aus" für den JKVB.

Was "Ggf", also gegebenenfalls, bedeutet, das erklärt der Vorsitzende Peter Moller (51): Sollte sich kein neuer Vorsitzender finden, wäre die Vereinsauflösung konsequent. Noch mag niemand daran denken, was dann aus dem Kulturheim würde, das 1993 nach einem Brand komplett neu aufgebaut wurde und der Stadt gehört.

Peter Moller führt den Verein, der seit 57 Jahren existiert, seit vier Jahren. Ebenso sind der zweite Vorsitzende, Hans Fuhrmann, und Schriftführerin Agnes Pürschel solange im Amt. Alle drei wollen nicht wieder antreten. Schon vor vier Jahren war klar, dass sie nicht "auf ewig" im Vorstand bleiben würden. Eigentlich war sogar nur eine einmalige Amtszeit geplant gewesen. Nach der Wiederwahl soll jetzt aber Schluss sein. "Es gibt familiäre Gründe", sagt Peter Moller, "außerdem lässt die Kreativität nach". Er plädiert zudem für einen Generationenwechsel.

Doch das ist im JKVB, der immerhin etwa 500 Mitglieder hat, nicht so einfach. Die Menschen, die den Verein Anfang der 1950er Jahre jung gegründet haben, sind heute um die 70 Jahre alt. Trotz intensivster Suche: Es haben sich bisher keine Kandidaten für den neuen Vorstand gefunden.

Dabei sind die Angebote des Vereins heiß begehrt. "Und wer einmal im Kulturheim war, der weiß es zu schätzen", sagt Moller. Bestens zu erreichen, nur wenige hundert Meter vom Bahnhof Mittlerer Landweg entfernt, bietet das Haus einen Riesensaal (250 Quadratmeter) samt Bühne und einen kleineren Saal. Ein idealer Veranstaltungsort. "Die Entwicklung könnte auch in Richtung Bürgerhaus gehen", überlegt Moller. Er sieht viel Potenzial, das noch lange nicht ausgenutzt wird.

Die "Kullerparty", das Angebot für die Älteren "Wir fahren Oma und Opa", Safari-Tanz, Partys oder Theaterabende der Liedertafel Frohsinn - das Haus ist immer bestens besucht. Doch es fehlt an steten Angeboten, wie zum Beispiel Basteln für Kinder oder Tanzkurse. " Für neue Mitglieder müssen neue Angebote her", ist Peter Moller sicher. Noch verbreitet er Optimismus, dass es am Mittleren Landweg mit der Jugend- und Kulturarbeit weitergehen kann und appelliert eindringlichst an jedes Mitglied, in sich zu gehen "und zu prüfen, ob er nicht doch in der Lage und bereit wäre, ein Vorstandsamt zu übernehmen ". Zum Schwur kommt es bei der Hauptversammlung am Dienstag, 24. März. Beginn ist um 19.30 Uhr im Kulturheim am Mittleren Landweg.