Training

Hier gehen gelangweilte Hunde zur Schule

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Billwerder (tba). Angefangen hatte bei ihr alles aus Liebe zum Hund und irgendwann wurde es dann zum Beruf. Unter dem Namen "Projekt Hund" bietet Petra Lau in ihrer Hundeschule am Billwerder Billdeich 431 Kurse für Welpen und Junghunde an.

"Problemhunde", die sich mit ihren Artgenossen nicht verstehen oder es auf den Postboten abgesehen haben, erhalten in Einzelstunden "Nachhilfe".

"Viele Hunde sind entgegen ihrer Natur heute arbeitslos", sagt Petra Lau. "Die meisten Jagdhunde gehen nicht zur Jagd, Hütehunde können keine Schafherden mehr betreuen und ihr Futter brauchen sie sich auch nicht selbst zu besorgen, denn Herrchen oder Frauchen sorgen schon dafür. Die Tiere langweilen sich einfach."

Abhilfe schafft das von Petra Laus "Projekt Hund" angebotene Dummytraining, bei dem der natürliche Instinkt eines Jagdhundes trainiert und gefördert wird und damit artgerecht erhalten bleibt. Neben ihrer Tätigkeit als Verbandsrichterin für den Jagd- und Gebrauchshundeverein ist Petra Lau auch Sachverständige für die Gehorsamsprüfung der Freien und Hansestadt Hamburg. Bei ihr kann auch der "Hundeführerschein" erworben werden.

"In meinen Kursen sehe ich immer wieder Hunde, die an Magen-, Darm- und Stoffwechselerkrankungen leiden, von Parasiten befallen sind oder auffällige Defizite des Bewegungsapparates aufweisen", sagt Petra Lau, diplomierte Ökotrophologin (Ernährungswissenschaftlerin). "Dies ist oft ein Indiz für falsche Ernährung." Dass der Hund vom Wolf abstammt, weiß jedes Kind, und das sich das Erscheinungsbild des Vierbeiners durch Züchtungen nachhaltig verändert hat, ist unübersehbar. "Die wenigsten Hundehalter wissen allerdings, dass der Verdauungstrakt ihres Hundes, egal welcher Rasse er angehört, sich in den vergangenen10 000 Jahren minimal gegenüber dem seines Urvaters, dem Wolf, verändert hat."

Damit gehört der Hund, wie auch der Wolf, zu den Karnivoren, ist also ein Fleischfresser, der sich hauptsächlich von Beutetieren ernährt beziehungsweise ernährt hat. Dosen- und Trockenfutter können diesen Bedarf des Hundes jedoch nicht komplett decken. Petra Lau empfiehlt daher eine "Barf-Ernährung" (Biologisch artgerechte Rohfütterung). Jedoch nicht jede Fleisch- oder Gemüsesorte ist hierfür geeignet oder für den Hund verträglich. Speziell zu dem Thema "Barfen für Hunde" bietet Petra Lau einen Workshop am Mittwoch, 25. Februar, an.

Nähere Infos unter Telefon (040) 72 00 80 88.