Veranstaltung

Landfrauen befragten Senator Wersich

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: Thomas Heyen

Ochsenwerder. Fragen zu Zuzahlungen für ärztliche Leistungen, Vorsorge-Möglichkeiten und weitere Gesundheitsthemen dominierten die Runde in der Mehrzweckhalle im Berufs- und Informationszentrums des Gartenbaus (BIG).

Der Hamburger Landfrauenverband hatte den Senator für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG, etwa 2000 Mitarbeiter), Dietrich Wersich, unter dem Motto "Mit dem Senator im Dialog . . . " zum 22. Frauentreff an den Ochsenwerder Landscheideweg eingeladen.

Wersich, im "bürgerlichen Leben" Facharzt für Allgemeinmedizin und seit Mai 2008 Präses der BSG, berichtete den knapp 70 anwesenden Landfrauen von seinen Aufgaben und den verschiedenen Bereichen seines Ressorts in der Behörde. Ihr stehen in diesem Jahr 2,4 Milliarden Euro zur Verfügung - mit 22,4 Prozent von insgesamt 10,7 Milliarden Euro der größte Posten im Hamburger Haushalt.

Wersich berichtete den Frauen per Beamer, Grafiken und Statistiken, welches Geld wofür verwendet werden soll. Der Löwenanteil (1,3 Milliarden Euro) ist für den Bereich Soziales und Integration vorgesehen - von der Kitabetreuung, über "Hilfen zur Pflege" bis zur Unterstützung finanzschwacher Mieter. "Für etwa 12 000 behinderte Menschen in Hamburg bieten wir Eingliederungshilfen an", sagte Wersich und fügte schmunzelnd hinzu: "Sie kosten 324 Millionen Euro - etwa so viel wie die Elbphilharmonie. Früher wären es zwei Elbphilharmonien gewesen. "

Warum Ärzte nur noch wenige Ergotherapie-Anwendungen verschreiben, wollte Christa Cauer, Geschäftsführerin des Landfrauenverbands wissen. " Wenn wir die Kosten nicht senken, würden die Krankenkassenbeiträge im Jahr 2030 bei 27 Prozent liegen", sagt der Senator. Aus dem gleichen Grunde gebe es die Praxisgebühr, die den Ärzten direkt abgezogen werde. Eine Besucherin bemängelte den unübersichtlichen Leistungskatalog der Ärzte: "Es ist kaum zu erkennen, welche Untersuchungen wirklich wichtig sind." Wersich stimmte ihr zu und empfahl, einigen Medizinern "mit einer gesunden Portion Skepsis" zu begegnen. Seine Behörde müsse darauf achten, "dass der massive Wettbewerb der Krankenhäuser nicht über die Stränge schlägt". Der Senator riet auch dazu, nicht nur Geld in Check-Ups zu investieren: "Wichtig ist, etwas für sich zu tun und aktiv zu werden."

( hy )