Gemüsebau

Gesunder Salat macht sexy

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Wiebke Schwirten

Fünfhausen. Eine schlanke Schöne, die ein Bikini aus drei Salatblättern ziert, der knackige, nackte Jüngling, der das zarte Gemüse auf seinem Teller anmacht - gesunder Salat macht sexy. Mit diesen Beispielen aus der internationalen Werbung sorgte Professor Dr. Fritz-Gerald Schröder gestern beim Gemüsebautag im Bildungs- und Informationszentrum des Gartenbaus Hamburg (BIG) für Aufmerksamkeit.

Prof. Schröder: Gefühl vermarkten und integriert-biologisch anpflanzen für die Gemüsebau-Zukunft.

Der Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden-Pillnitz hielt vor etwa 30 Gemüsebauern aus der Region einen kurzweiligen Vortrag zur Zukunft norddeutscher Gemüsegärtner, der zumindest für Denkanstöße sorgte. "Wir produzieren das gesündeste Lebensmittel überhaupt", sagte Schröder, "doch wir bringen es in der Öffentlichkeit nicht rüber." Das Imageproblem der Branche sei groß: "Wir werden so wahrgenommen, als wollten wir den Leuten nur ständig mit vergiftetem Gemüse an die Wäsche gehen." Jede Meldung über Pestizid-Rückstände in Obst und Gemüse - und seien sie noch so gering und zudem im Produkt des fernen Auslands zu finden - fielen sofort auch auf die heimische Branche zurück. Schröder wandte sich gegen den deutschen Umgang mit dem Produkt Gemüse. Mit trockenen Vitamintafeln, langweiligen Flyern und lehrbuchhaften Plakaten werde eher abgeschreckt, denn angelockt. Er forderte zu mehr Mut auf, auch Gefühle und Emotionen zu wecken. Gemüse sei nicht nur gesund, sondern auch ein "Antiaging"-Mittel, ein "Healthy Snacking" - etwas für Körper und Seele.

Die heimischen Gemüsebauern beschwor er, umzudenken, um das Image zu verbessern und die Zukunft zu sichern: "Warum müssen sich integrierter Anbau und biologischer Anbau bekriegen?" Die Zukunft liege im "integriert-biologischen Anbau", der ja vielerorts bereits getätigt, aber nicht so vermarktet werde.

Dass die heimischen Gemüsebauern - etwa 120 in der Region, 60 davon in der Landesfachgruppe Gemüsebau des Gartenbauverbandes Nord organisiert - ihre Produkte bereits strengen Qualitätssicherungsprüfungen unterziehen, belegte ein Vortrag von Dr. Annette Förschler von der "QS Fachgesellschaft Obst-Gemüse-Kartoffeln GmbH". Das "QS-Siegel" ist für viele Lebensmittelketten Voraussetzung, ein Erzeugerprodukt einzukaufen. Die Qualitätssicherung funktioniert über drei Ebenen: betriebliche Eigenkontrolle, neutrale Laboranalyse und die Metakontrolle, zum Beispiel durch regelmäßige Laborkompetenztests.