Antikmarkt

Im Fährhaus auf Schatzsuche

Zollenspieker (ilk). Knapp 20 Aussteller boten beim vierten Antikmarkt des Lions Clubs Hamburg-Harvestehude am Sonntag im Zollenspieker Fährhaus ihre Schätze an. Besonders groß war dabei der Zulauf am Stand von Karsten Ritscher.

Der Antiquitätenhändler taxierte kostenlos die mitgebrachten Dachbodenfunde der Besucher.

"Ich muss die Leute leider oft enttäuschen", bedauerte Ritscher. "Das Eiserne Kreuz etwa wurde vier Millionen Mal verliehen, da entspricht das, was ich dem Besitzer als Bezahlung anbieten kann, einfach nicht dem ideellen Wert des guten Stücks." Ein weiteres Problem sei, dass Schuco und Märklin, die traditionellen Hersteller von Modellspielzeug, oft Nachbauten ihrer schönsten Stücke auf den Markt brächten. "Da verliert das eigentlich sehr wertvolle Original schnell zwei Drittel seines Wertes, weil die Leute sich lieber die günstige Replik in ihre Vitrine stellen", so Ritscher. Am gestrigen Markttag war die Pickelhaube eines Feuerwehr-Hauptmanns von 1880 das wertvollste Stück, das er schätzte und dem Besitzer auch gleich für 300 Euro abkaufte.

Lions-Club-Mitglied Lisa Marks hatte den Antikmarkt organisiert. "Sogar Händler aus Berlin, Lehrte oder Bückeburg kommen jedes Jahr wieder", sagt die Geschäftsfrau aus Reitbrook zufrieden, "besonders schön ist hier im Fährhaus die familiäre Atmosphäre, wo jeder jeden kennt." Von einer befreundeten Unternehmerin bekam Lisa Marks ein Original-Brautkleid von 1912, dessen Verkaufserlös einem guten Zweck zugehen soll. Auch die Standgebühren werden nach der Veranstaltung im Sinne des Lions Clubs gespendet.