Fischerei

Angler empört über Fischdiebe

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Bergedorf. Die Vorsitzenden des Bergedorfer Anglervereins (BAV) und des Sportfischervereins (SFV) Elbe schlagen Alarm: Die Schwarzfischerei nehme zu, die Gewässer der Vereine - etwa Abschnitte von Dove- und Gose-Elbe - würden ohne Berechtigung leergefischt.

Häufig seien die Täter Kinder und Jugendliche - professionell ausgerüstete Angler, die oft fette Beute machen würden und aufgrund ihres Alters schwer zur Verantwortung gezogen werden können.

Matthias Winkler, Referent für Fischereiaufsicht und Gewässerschutz des ASV, hat im vergangenen Jahr 732 Angler an Dove-, Gose- und Stromelbe sowie Eichbaumsee und Hohendeicher See kontrolliert. "In 40 Fällen, also knapp sechs Prozent aller kontrollierten Angler, gab es Beanstandungen. Das waren aber auch fehlende Papiere und andere 'Kleinigkeiten'", sagt er.

Für den BAV und den SFV Elbe sei die Situation dennoch dramatisch, berichten die Vorsitzenden: "Die jugendlichen Schwarzfischer haben eine Nase dafür, dass Kontrolleure unterwegs sind, machen sich meist rechtzeitig aus dem Staub", sagt Jens Blume, SFV Elbe (600 Mitglieder).

Die Folge dieser Vorgehensweise der jungen Schwarzangler, die oft kiloweise Fisch erbeuten, bekämen die Vereine deutlich zu spüren: In den Vereinsgewässern seien diverse Fischarten rückläufig, vor allem der Hecht, berichtet Achim Kröger, Vorsitzender des BAV, mit etwa 1000 Mitgliedern einer der größten Anglervereine in Hamburg.

Kröger habe schon häufig Unbekannte gesehen, die von Schlauchbooten aus in den Gewässern seines Vereins geangelt haben, etwa auf der Dove-Elbe. Dort hat der Bergedorfer Anglerverein eine rund 1,5 Kilometer lange Strecke zwischen Krapphofschleuse und Auf der Böge 24 vom Bezirk gepachtet. An diese Strecke schließt sich die fast drei Kilometer lange Pachtstrecke des SFV Elbe an. Sie endet an der Kehre bei der Einmündung des Stichkanals (sogenannter " Gefängnisgraben"). Kröger: "Manche Fischwilderer sind alkoholisiert und werden sehr unangenehm, wenn man sie nach ihrer Berechtigung fragt."

Auf Hilfe von staatlicher Seite aus sei kein Verlass: Die Polizei habe oft dringenderes zu tun, als sich um unbefugte Angler zu kümmern, berichtet Kröger, der schon häufiger vergeblich die Beamten alarmiert habe. Der Angelvereins-Chef wünscht sich mehr Präsenz der Polizei an den bekannten Uferstellen. "Den Schwarzfischern muss klar werden, dass sie eine Straftat begehen und mit Geldstrafen rechnen müssen. "

Kröger und Blume wollen die Täter von der Unrechtmäßigkeit ihres Tuns überzeugen. "Im Angelverein lernt man ja nicht nur das bloße Fischen, sondern auch viel über den richtigen Umgang mit den Tieren und der Natur", sagt Kröger.

( hy )