Hygiene

Hightech-WCs für die Badeseen

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Thomas Heyen

Bergedorf. Im Sommer, wenn sich täglich Tausende Sonnenhungrige an den Badeseen aufhalten, können üble Gerüche schnell den Aufenthalt im Grünen vermiesen. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Probleme, weil Seebesucher ins Gebüsch urinierten.

Stadt gibt 350 000 Euro für fünf solarbetriebene Toilettenhäuser. Sie sollen zur Saison fertig sein.

"Ich laufe doch keinen Kilometer, um zu pinkeln", brachte ein Badegast die Meinung vieler auf den Punkt. In der kommenden Saison soll es diese Sorgen nicht mehr geben: Derzeit entstehen fünf moderne Toilettenhäuser an den Seen Hinterm Horn, Boberger See, Allermöher See und Eichbaumsee. Die gesamten Kosten - etwa 350 000 Euro - trägt die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU).

Bereits im vergangenen Jahr wurden aus dem BSU-Topf für öffentliche Toiletten drei WCs mit vielen technischen Finessen am Hohendeicher See aufgestellt (wir berichteten). Ähnliche Anlagen sollen nun auch an den anderen Seen die Geruchsprobleme lösen. Die Holzhäuser, die jeweils über eine Damen- und eine Herrentoilette verfügen, sind mit dem jeweiligen Gewässer über ein Rohr verbunden. Mit einer Pumpe wird das Wasser für die Toilettenspülung und die Waschbecken aus dem See geholt. Der Strom für die Pumpe wird mit einer Solaranlage, die auf Metallgestängen neben dem Klohaus installiert ist, erzeugt.

Am Eichbaumsee werden zwei der jeweils rund 70 000 Euro teuren Anlagen aufgestellt - in Höhe des Restaurants "Zum Eichbaum" auf beiden Uferseiten. Die Bauarbeiten haben vor einigen Tagen begonnen. "Bis Ende März sollen die Toiletten-Häuser fertig sein", sagt Madeleine Reinhold, stellvertretende Leiterin des Fachamtes Management des öffentlichen Raumes im Bergedorfer Bezirksamt. Zwar bleibe der See "in jedem Fall im Sommer 2009" gesperrt, "doch viele Besucher sonnen sich dort auf den Wiesen oder gehen am See spazieren", sagt Madeleine Reinhold.

Am Hohendeicher See wurden die Anlagen innerhalb kürzester Zeit beschmiert, Türen eingetreten und die Solarmodule gestohlen. Zudem entpuppten sich die Rohre als zu kurz. Die Toilettenhäuschen mussten im Spätsommer geschlossen werden, sollen zu Beginn der Badesaison aber wieder benutzbar sein.

Trotzdem setzen BSU und Bezirk weiterhin auf die Hightech-Toiletten: "Sie wurden verbessert, etwa die Solaranlagen höher installiert und die Türen mit Stahl verstärkt", sagt die stellvertretende Fachamtsleiterin. Per Zeitschaltung werden die Türen nachts abgeschlossen. Die Benutzung ist kostenfrei.