Orgel

Ovationen zum 300. Geburtstag

Ochsenwerder (hs). In der St. Pankratius Kirche wurde jetzt ein besonderer Geburtstag mit einem besonderen Konzert gefeiert: Zum 300. Geburtstag der Arp-Schnitger-Orgel bespielten die ehemaligen St.-Pankratius-Organisten Wiebke Freydag, Klaus Möller, Gudrun Seidewitz und Karin Werner, Ursula Schröder, die gegenwärtige Hauptorganistin Petra Schröder und der erst 14-jährige Xaver Schult das Orgel-Kunstwerk mit professioneller Inbrunst.

Das Publikum in der gut besuchten Kirche dankte es mit stehenden Ovationen.

Karin Werner und Boris Havkin leiteten das Konzert gebührend mit einer Suite in D-Dur für Trompete und Orgel ein, in der "die Königin der Instrumente" ihre weiche, strahlende Seite offenbarte und bestens mit der glockenklaren Trompete harmonierte.

Der aus Schwerin stammende Xaver Schult verbreitete mit einem Präludium in C-Dur von Johann C. Kellner eine beschwingte Stimmung und erntete dafür großen Applaus. Die von Petra Schröder gespielten Choralbearbeitungen mit ihren erhabenen, langen Klängen versetzten das Kirchenschiff in das Zeitalter der Renaissance zurück. Die Orgel präsentierte sich voll, herrisch und gottesfürchtig, dann wieder leicht, beschwingt und lustig.

Klaus Möller spielte Variationen von "Heute kommt der Weihnachtsmann", mal einfach und kindlich, dann wieder mit dem typischen, wie Oboen anmutenden Orgelklang in Moll, um sodann sphärisch und glockenartig wie Wassertropfen zu ertönen. Den Höhepunkt lieferten die Zimbelsterne. Die zwei mit Glöckchen versehenen Sterne im Prospekt der Orgel werden durch einen Luftstrom angetrieben. Dadurch rotieren die Sterne und erklingen wie schnelle kleine Glöckchen.

Die Choralpartita von Georg Böhm, gespielt von Wiebke Freydag, ließen aufhorchen und nachdenklich werden. Ursula Schröders "Vom Himmel hoch, da komm ich her" faszinierte durch das Vertauschen der Stimmen von tiefen und hohen Klängen. Gudrun Seidewitz lockerte die Atmosphäre mit einem Überraschungsstück auf, das wie ein Jahrmarktlied aus der Drehorgel klang. Dabei bediente sie sich ebenso dem Effekt der Zimbelsterne und erntete viel Applaus. Pastorin und Organistin Annette Sandig moderierte das Konzert charmant mit Anekdoten, Fakten aus der Geschichte der Orgel und Arp Schnitgers Biographie.