Weihnachten

So geht's mit Thuja richtig rund

In der Werkstatt von Andrea Drotschmann am Billwerder Billdeich duftet es weihnachtlich nach frischem Tannengrün. Sorgfältig gebundene Adventskränze warten darauf, von der Floristin mit roten Kerzen, Schleifen, Nüssen, getrockneten Nelken und Zimtstangen fertig dekoriert zu werden.

Floristin Andrea Drotschmann zeigt, wie ein Adventskranz selbst gebunden werden kann.

. Doch das muss warten. Die Aufmerksamkeit gehört jetzt erst einmal den Lesern unserer Zeitung. Denn wir haben Andrea Drotschmann gebeten, einmal zu zeigen, wie ein Adventskranz selbst gebunden werden kann.

"Am Wichtigsten ist eine gute Vorbereitung", sagt die Floristin und vergleicht die Bindearbeit mit dem Kuchenbacken. "Das macht auch mehr Spaß, wenn man nicht erst alles suchen und dafür immer wieder das Handwerkszeug aus der Hand legen muss", sagt sie. Also hat sie bereits feine Abschnitte von Thuja (Lebensbaum) und Taxus (Eibe) auf ihrem Bindetisch parat. "Eine Handvoll reicht da nicht, ein paar Zweige sollten es schon sein", sagt sie. Auch edle Nobilistanne eignet sich, nicht aber langnadelige Tannenzweige, große, zu lichte Kiefer oder gar sperrige Fichte. Der Kranz würde zu dick und eierig in der Form, da sich feste Zweige nicht fein genug biegen lassen. "Da kommt keine Ruhe in den Kranz", sagt Andrea Drotschmann.

Bis zu 20 Zentimeter lang sind ihre vorbereiteten Abschnitte. Zudem auf dem Tisch: eine gute Gartenschere, dünner Wickeldraht auf einem kleinen Vierkantholz, eine runde Strohunterlage (23 Zentimeter Durchmesser, gibt es zum Beispiel in Bastelläden). Jetzt kann es losgehen.

Erster Schritt: Den Draht zwei Mal um die Strohunterlage wickeln und das Ende fixieren, also fest in die Unterlage einstechen. Dann nimmt Andrea Drotschmann die größeren, flachen Thujastücke in die Hand und legt sie an den unteren Rand des Strohkreises. Fünf, sechs Abschnitte werden so gegen den Uhrzeigersinn anlegt und an ihrem Ende zwei Mal mit dem Draht fest umwickelt. Dann kommt die nächste Schicht dran, "puscheliges", kürzeres Grün wird zur Mitte des Kreises hin verwendet. "Das gibt dem Kranz Volumen und verdeckt die langen, äußeren Abschnitte nicht", erklärt Andrea Drotschmann. Die unterschiedlichen Grüntöne der Pflanzen geben dem Kranz eine besondere Note. So arbeitet sie sich nach und nach an der Strohunterlage hoch, bis diese kaum noch zu sehen ist. Immer wieder werden die frisch an den Kreis angelegten Büschel an ihrem Ende mit Draht umwickelt. Der Draht bleibt oben auf dem Kranz unsichtbar, denn die jeweils folgenden Grünabschnitte überdecken ihn. Auf der Unterseite ist er zu sehen.

Trifft der Kreisanfang dann das Ende, so ist der Kranz fertig - fast. Denn hier wirkt er dünner, weil dort die den Draht verdeckende Schicht fehlt. "Da könnte man ewig wickeln, um das auszugleichen", weiß Andrea Drotschmann und zeigt einen Trick. Sie bindet kurzes, etwa acht Zentimeter langes Grün zu einem kleinen Strauß, umwickelt ihn am unteren Ende und lässt ein Stück Bindedraht gerade überstehen. Damit wird der Strauß in die Strohunterlage gestochen - genau dort, wo Anfang und Ende des Kranzes sich treffen. So füllt er die dünne Stelle auf. Fertig. Der selbst gebundene Adventskranz ist perfekt.