Ausschreibungsverfahren

Es tut sich was am Kirchenheerweg 103

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Die Fenster der Gebäude am Kirchenheerweg 103 sind vernagelt, Gras und Unkraut wuchern.

Bis vor wenigen Jahren war dort eine Außenstelle von Pflegen & Wohnen (jetzt "Fördern & Wohnen") Sachsenwaldau, der sozialtherapeutischen Einrichtung der Eingliederungshilfe für suchtkranke Menschen in Reinbek. Doch seit dem Auszug der knapp 20 Bewohner und ihrer Betreuer stehen die Gebäude leer. Nun plant Eigentümer Fördern & Wohnen, eine Anstalt des öffentlichen Rechts, deren Trägerin die Hansestadt Hamburg ist, den Verkauf.

Die Gebäude - unter anderem ein großes Haupthaus und ein Stall - sollen samt Grund und Boden (16 166 Quadratmeter) verkauft werden. Mit der Abwicklung ist derzeit Hamburger Finanzbehörde beauftragt.

"Viele Anwohner sind froh darüber, dass da endlich etwas passiert", sagt Ernst-August Schmidt. Dem 69-Jährigen, der selbst in Bergedorf wohnt, liegt Kirchwerder am Herzen. Er hat als Bäckergeselle mehr als zehn Jahre lang in der Bäckerei Ohde gearbeitet. Um das Haus am Kirchenheerweg bemüht er sich bereits seit mehr als einem Jahr. "Kaufen kann ich es nicht", sagt der Rentner. Doch er hat Nutzungsideen, möchte selbst mit anpacken. "Dort könnte ein schönes Haus der Jugend entstehen", begeistert sich Schmidt, "oder eine Jugendherberge. Die vielen Räume laden doch dazu ein, eine große Küche ist auch vorhanden. Ich könnte zum Beispiel dort mit Kindern und Jugendlichen backen", schwärmt er. Er wisse auch von anderen Senioren, die sich bei so einem Projekt gern engagieren würden.

Doch bevor wieder Leben in das Gemäuer am Kirchenheerweg einziehen kann, wird noch einige Zeit vergehen. In der Finanzbehörde ist nur zu erfahren, dass derzeit die erforderlichen Daten zusammengestellt und der Verkaufsabteilung übergeben werden. "Voraussichtlich Anfang nächsten Jahres kann das Objekt zum Verkauf angeboten werden", sagt eine Mitarbeiterin.

Es gebe bereits "mehrere Interessenten mit unterschiedlichen Nutzungsvorstellungen" - obwohl die Nutzungsmöglichkeiten noch nicht geklärt seien. Wohnbebauung sei dort nur eingeschränkt möglich. Was genau das heißt, solle bald zwischen Finanzbehörde und dem Bergedorfer Bezirksamt geklärt werden.

In der Regel werden Gebäude und Grundstücke, von denen sich die Stadt trennen möchte, gegen Höchstgebot in einem anonymisierten Verfahren verkauft. Die Interessenten geben ihr Gebot in einem geschlossenen Umschlag ab und wissen nicht, welche Summen die Mitbewerber bieten. Ob dieses Verfahren auch für das Grundstück in Kirchwerder angewendet wird und welche Rolle ein Nutzungskonzept spielt, sei derzeit unklar, heißt es aus der Finanzbehörde.

Sobald das Ausschreibungsverfahren beginnt, können sich Interessierte im Internet informieren: www.hamburg.de/real-estate .

( (hy/ten). )