Feuerwehr Hamburg

Ob Horn oder Marschlande: FF Berliner Tor funkt für alle

Die FF Berliner Tor wird zu den Marschländer Wehren gerechnet, liegt aber am Bergmannring in Horn. "Schuld" an diesem Kuriosum sind verschiedene Umstrukturierungen.

Sie sind der Garant für schnelle Hilfe. Sei es bei der Erstversorgung kranker und verletzter Menschen, bei Feuer oder wenn technische Hilfeleistung erforderlich ist. Doch die 16 Freiwilligen Feuerwehren in den Vier- und Marschlanden sind nicht nur auf Rettungsdienst und Brandbekämpfung spezialisiert, jede kann auch etwas ganz Spezielles vorweisen. Was genau, stellen wir Ihnen in einer Serie vor, die heute mit der FF Berliner Tor endet.

Die Wehr wurde 1972 aus einem der damals neun Hamburger Katastrophenschutz-Fernmeldezüge gebildet und ist auf Kommunikation spezialisiert. Bis 1991 war sie auf dem Gelände des Gemüsegroßmarktes an der Amsinckstraße untergebracht, im damaligen Bereich Mitte. "Dann waren wir sechs Monate lang dem Bereich Nord zugeteilt, anschließend dem Bereich Marschlande", sagt Wehrführer Björn Fiedler (42). Und da sind sie bis heute.

Der Stolz der Wehr ist ein hochmoderner, neuer Gerätewagen Fernmeldedienst (GWFM), der seit September einen 25 Jahre alten, wesentlich kleineren Fernsprechkraftwagen ersetzt. Das "feuerrote Spielmobil", wie der 240 PS starke Zwölf-Tonner von MAN von den Feuerwehrleuten liebevoll genannt wird, ist mit einer Klimaanlage und Zwölf-Gang-Automatik ausgestattet.

Das Herz des etwa 200 000 Euro teuren GWFM ist der großzügig ausgestattete Arbeitsbereich, das Kommunikationszentrum. Bis zu sechs Feuerwehrleute können darin gleichzeitig arbeiten. Die Ausstattung umfasst Telefone, Faxgeräte, digitale und analoge Funkgeräte sowie Computer mit Internetverbindungen.

Das Fahrzeug ist für größere, besonders zeitaufwendige Einsätze gedacht. Es kann den Befehlswagen der Feuerwehr-Führung am Einsatzort ersetzen. "In dem Fahrzeug wird Stabsarbeit geleistet: Informationen annehmen und weiterleiten", sagt der Wehrführer.

Unter den sechs Fernmeldewehren der insgesamt 87 Hamburger Freiwilligen Feuerwehren spielt die FF Berliner Tor eine besondere Rolle: Die anderen rücken zu den Einsatzorten aus, um den Befehlswagen zu stellen, die FF Berliner Tor unterstützt hingegen die Einsatzleitung in der Zentrale an der Wendenstraße. "Wir sind mit unserer mobilen Technik in den Räumen des Stabes dabei, unterstützen die Einsatzleitung bei Technikausfällen oder dokumentieren am Rechner die Einsätze", sagt Fiedler.

Alle Mitglieder der Wehr müssen die Kommunikationstechniken beherrschen. Sie werden intern von ihren Kameraden Nico Schengen (28) und Marcel Jüttner (25) geschult. Zuerst muss jeder allerdings einen siebentägigen Sprechfunk-Lehrgang absolvieren.

Die Feuerwehrleute sind auch außerhalb der Zentrale oder des fahrenden Büros gefragt: Sie unterstützen mit ihrem LF16 die Berufsfeuerwehr Berliner Tor, leisten Erstversorgung und bekämpfen Feuer. Die Fernmeldewehr sieht sich auch als Dienstleister für andere Wehren. "Für Funkübungen stehen wir gern zur Verfügung." Interessierte erreichen Wehrführer Björn Fiedler unter Telefon 0171/ 480 82 61.