Feuerwehr Hamburg

Wie ein Überraschungsei

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Ob Wehrführer, Stellvertreter oder Jugendwart - die Leiter der FF Billwerder sind sich einig: "Einen besonderen Schwerpunkt hat unsere Wehr eigentlich nicht", finden Stefan Kahlen, Marc Wincenciusz und Roland Hinsch.

Sie sind der Garant für schnelle Hilfe. Sei es bei der Erstversorgung kranker und verletzter Menschen, bei Feuer oder wenn technische Hilfeleistung erforderlich ist. Doch die 16 Freiwilligen Feuerwehren in den Vier- und Marschlanden sind nicht nur auf Rettungsdienst und Brandbekämpfung spezialisiert, jede kann auch etwas ganz Spezielles vorweisen. Was genau, stellen wir Ihnen in einer Serie vor. Heute: die FF Billwerder.

. 25 Einsätze im Jahr, 27 aktive Mitglieder, 18 in der Jugendwehr - eben eine ganz normale Wehr. Und doch gibt es so manches, was erwähnenswert ist in Billwerder. Zum Beispiel die Jugendarbeit.

Seit elf Jahren werden Zehn- bis 16-Jährige in Billwerder ausgebildet. Die jungen Feuerwehrbegeisterten kommen aus Billwerder, Allermöhe und Reitbrook. Ein Team mit sechs Betreuern sorgt nicht nur für die feuerwehrtechnische Ausbildung. Zudem sind jugendpflegerische Aspekte enorm wichtig. Es wird versucht, auf jeden Jugendlichen individuell einzugehen. "Wir machen Jugendarbeit, bei der gelernt wird, wie man sich selbst organisiert", sagt Roland Hinsch, "hier sehen die Jugendlichen, wie das Leben läuft. Feuerwehr klappt nur in Zusammenarbeit." Die Jugendwehr sei wie ein Überraschungsei: "Spiel, Spaß und Spannung", sagt Hinsch.

Jeden Donnerstag treffen sie sich im Feuerwehrhaus am Billwerder Billdeich und üben sich in Erster Hilfe und Fahrzeugkunde, lernen Stiche und Bunde oder erlernen Technische Hilfe und den Brandschutz in der Praxis. Oft unternimmt die Gruppe auch etwas gemeinsam, geht Schwimmen oder macht Ausflüge. Regelmäßig werden Zeltlager organisiert.

Seit zehn Jahren wird von der Jugendwehr in Billwerder die Leistungsspange ausgerichtet. Dabei zeigen bis zu 120 Mitglieder von Jugendwehren aus ganz Hamburg, wie gut sie in der Gruppe agieren können, präsentieren unter anderem einen Löschangriff und eine Schlauchstafette. Wie sehr die Freizeitbeschäftigung den Jugendlichen gefalle, zeige die hohe Rate derer, die nach Abschluss mit 18 Jahren weitermachen in der Freiwilligen Feuerwehr.

Allerdings bleiben die Männer und Frauen nicht alle in Billwerder. Und so kann die Mannschaft immer wieder bereits erwachsene, neue Mitstreiter gebrauchen. Sie erwartet in der Freiwilligen Feuerwehr Billwerder ein Team, das auch in schweren Zeiten zusammenhält. "Wir unterstützen die Berufsfeuerwehr, was gerade nachts sehr wichtig ist, helfen bei Sturm- und Fluteinsätzen. Wir sind da, wenn es hier einmal ernst wird", fasst Wehrführer Stefan Kahlen die Aufgabenschwerpunkte zusammen.

Neben Arbeit und Pflicht pflegen die Mitglieder der Wehr natürlich auch das gesellige Beisammensein. Sie organisieren das Osterfeuer, begleiten Laternen- und Martinsumzug. Zudem gibt es seit dem Elbe-Flut-Einsatz im Amt Neuhaus 2002 eine Partnerfeuerwehr in Drögennindorf (Lüneburger Heide).

Wer mehr über die FF Billwerder erfahren möchte: Die Aktiven treffen sich jeden ersten und zweiten Dienstag im Monat um 19.30 Uhr im Feuerwehrhaus am Billwerder Billdeich 250.

( (ten) )