Die Reiselust treibt sie seit 30 Jahren an

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Wie ein Stern wirken die roten Fäden, die Allermöhe-Reitbrook mit Zielen in Europa und Asien auf der großen Landkarte verbinden. Allerdings weist der Stern nach Süden und Osten deutlich mehr Strahlen auf als nach Norden und Westen.

Das liegt daran, dass sich die Reisegruppe der Dreieinigkeitskirche vorwiegend auf die Spuren der Apostel und der Bibel begab und die führen nun mal vorwiegend nach Südeuropa und in den Nahen Osten.

Seit 30 Jahren ist die eingeschworene Gemeinschaft, zu der etwa 140 Menschen aus Allermöhe und Reitbrook, aber auch aus München oder Holland zählen, auf Achse. Etwa 80 trafen sich jetzt zum 30-jährigen Bestehen, darunter auch viele, die von Anfang an dabei sind. Zu ihnen gehört zweifellos Hans-Jürgen Preuß, der ehemalige Pastor der Dreieinigkeitskirche, denn er hob die Studienreisen vor drei Jahrzehnten aus der Taufe.

Ihm blieb damals nicht verborgen, dass die Gärtner in seiner Gemeinde so gut wie nie Urlaub machten. Es muss doch möglich sein, einen Betrieb ein paar Tage lang allein zu lassen, dachte er sich. So entstand die Idee für die erste Städtereise, die 1978 nach Paris führte. Wien und London folgten. Die Begeisterung der Teilnehmer war so groß, dass Preuß, der die Touren mit spezialisierten Agenturen ausarbeitete, sich im vierten Jahr traute, ein entfernteres Ziel und eine etwas längere Reisedauer anzupeilen. Die Gruppe fuhr nach Israel. Fortan erkundete sie den Mittelmeerraum: Rom, Griechenland, Ägypten, Malta und Sizilien - um nur einige Ziele zu nennen. Allein in der Türkei legte sie in zwölf Tagen 4000 Kilometer mit dem Bus zurück.

Nach der Wende sollte es 1991 nach Moskau und Leningrad gehen, aber dort war gerade der August-Putsch gewesen. "Wir dachten, wenn jetzt nicht ein Wunder passiert, müssen wir die Reise abblasen", erzählt der ehemalige Pastor. Das Wunder geschah. "Wir sind nach Leningrad gefahren und von St. Petersburg wieder abgefahren", erinnert sich Volker Schübel. "Es herrschte eine unglaubliche Euphorie in der Stadt. Das war ein großes Erlebnis."

Davon gab es während der vergangenen 30 Jahre einige. So auch die Erfahrungen in den Ostblockländern, "die für die meisten von uns bis dahin ein weißer Fleck auf der Landkarte waren", sagt Margarete Koops. "Aber es war so interessant, zum Beispiel die Polen einmal nicht als Hilfskräfte im Gartenbau, sondern in ihrem Land zu erleben. Und ganz ehrlich, ohne die Gruppe wäre ich nie nach Bulgarien gefahren."

Diese gemeinsamen Erlebnisse und Erfahrungen schweißen zusammen. "Die Gruppe kennt sich sehr gut", sagt Preuß, auch wenn die Teilnehmer immer mal wechselten. Ihren Organisator schätzen die Reisenden als "sehr geduldigen und sehr klugen Begleiter", wie Volker Schübel es ausdrückt. Im nächsten Jahr zieht es die Gruppe wieder in den Nahen Osten. "Wir möchten noch einmal nach Jordanien und vielleicht auch in den Süden Syriens", sagt Preuß. Wer Reiselust bekommen hat, meldet sich im Büro der Dreieinigkeitskirche unter Telefon (040) 737 28 24.

( (wi). )