Neues Leben im alten Saal

| Lesedauer: 2 Minuten
Jule Monika Witt

Arne Meyer will die Chance nutzen, in Rieges Gasthof Theater-, Lieder- und Konzertabende auf die Beine zu stellen.

Arne Meyer ist Feuer und Flamme. Das Wissen, den "wunderschönen Saal" in Rieges Gasthof nutzen zu können, beflügelt seine Fantasie. Der Gastronom aus Ochsenwerder einigte sich jetzt mit der Finanzbehörde über ein Nutzungsrecht bis zum Jahresende. "Das ist zwar sehr kurz, aber vielleicht ergibt sich ja auch eine längerfristige Lösung", sagt der 37-Jährige. "Jedenfalls freut es mich, dass endlich Bewegung in die Sache kommt."

Wie berichtet, will die Stadt das 1829 erbaute Traditionshaus, das sie 1993 von einer Erbengemeinschaft erwarb und das seit einem Jahrzehnt leer steht, nun möglichst schnell verkaufen. Die Interessenten waren aufgefordert, neben einem Gebot auch ein Bau- und Nutzungskonzept einzureichen, das den Erhalt des 108 Jahre alten Saals einbezieht.

Zwar gab es einige Interessenten, doch die Verhandlungen scheinen gescheitert. Obwohl die Behörde in ihrer Ausschreibung betonte, dass nicht nur die Höhe des Gebots, sondern auch das Nutzungskonzept entscheidend sei, verlangte sie für das marode Gebäude einen Kaufpreis, der deutlich über 300 000 Euro lag. Offenbar zu viel für die potenziellen Investoren, zumal eine Sanierung oder Abriss und Neubau noch mal eine weitaus höhere Summe verschlingen würden.

Alles beim Alten also am Ochsenwerder Kirchendeich? Nicht ganz. Denn Arne Meyer, der so eine Gelegenheit "auch schon vor fünf Jahren beim Schopfe gepackt hätte", will dem alten Saal jetzt neues Leben einhauchen. "Wir haben das nötige Equipment", sagt er, "können den großen Raum problemlos mit Tischen und Stühlen ausstatten." Platz finden dort immerhin 400 bis 600 Sitzgelegenheiten. Und in puncto Bewirtung macht dem Chef der "Wein- und Friesenstube" ohnehin so schnell keiner was vor.

Theater- und Liederabende kann sich der Gastronom in dem Traditionsgasthof genauso vorstellen wie Konzerte aller Art. "Wichtig ist, diese Chance zu nutzen", sagt der 37-Jährige und prescht auch gleich vor. Anfang Dezember soll in Rieges Gasthof eine Party steigen. "Wobei ich keine Disco für junge Leute plane", beruhigt er gleich die Anwohner, die Lärmbelästigungen befürchten. Unabhängig davon hofft Meyer aber auf viele Vorschläge und Anregungen - auch vonseiten der Vereine -, wie der Saal perspektivisch genutzt werden könnte.

"Vielleicht findet sich auch im nächsten Jahr kein Käufer", sagt Meyer, und alles Weitere sei Verhandlungssache mit der Finanzbehörde.