Ohe/Bergedorf. Andreas Ferentinos wird beim Landesligisten Nachfolger von Matthias Wulff. Und: Ein Dassendorfer wechselt zu Oberliga-Konkurrent ETSV.

Das Leben eines Amateurfußball-Trainers, es ist viel zeitintensiver, als sich Außenstehende dies vielleicht vorstellen können. Ob nun die Vorbereitung der Übungseinheiten, das Training selbst, Beobachtung gegnerischer Mannschaften oder Gespräche mit den Spielern – all das kostet wöchentlich unzählige Stunden. „Und wenn ich mit meinen Kindern spiele, geht ein Blick auch immer automatisch zum Handy. Man ist irgendwie immer ein wenig mit den Gedanken beim Fußball“, sagt Matthias Wulff.

Der 41-Jährige hat sich deshalb dazu entschlossen, sein Amt als Coach des LandesligistenFC Voran Ohe am Saisonende niederzulegen. Der bei der Baugenossenschaft Bergedorf-Bille tätige Altengammer will mehr Zeit mit seiner Familie verbringen.

Landesliga: Voran Ohe ist bei der Trainersuche fündig geworden

Für Ohes Verantwortliche war seine Rücktrittsankündigung ein harter Schlag, schließlich hat Wulff am Amselstieg ein Erfolgsteam geformt, das als aktuell Tabellendritter gute Chancen hat, zumindest über die Relegation den Oberliga-Aufstieg zu schaffen. Es galt, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Und dies ist nun geschehen.

Zur kommenden Serie wird Andreas Ferentinos für die Geschicke des „Weißen Balletts“ verantwortlich zeichnen. Der 56-Jährige feiert damit nach einer dreijährigen Fußball-Auszeit, in der es ihn zwischenzeitlich beruflich in seine Heimat Griechenland verschlagen hatte, sein Trainer-Comeback.

Als Coach im Jugendbereich einen Namen gemacht

Zuvor hatte sich Ferentinos als erfolgreicher Coach im Jugendbereich sowie im Herrenbereich unter anderem als Trainer des SV Nettelnburg/Allermöhe einen Namen gemacht. Den SVNA führte er 2016 in die Landesliga. Später folgte noch ein Intermezzo beim SC Wentorf, das er aus beruflichen Gründen nach wenigen Partien beendete. „Neben seiner Fachkompetenz haben uns sein positive und mitreißende Art überzeugt“, erklärte Vorans Fußball-Abteilungsleiter Daniel Schmitt.

Als Co-Trainer wird dem 56-Jährigen wie bisher Wulff Dominik Fey zur Seite stehen. Sören Deutsch, aktuell ebenfalls noch Assistenzcoach der Oher, wird im Sommer bei Voran aufhören. „Er hat der Mannschaft wichtige neue Impulse gegeben und unsere Idee von Amateurfußball vermittelt. Dafür sind wir Sören sehr dankbar“, sagte Schmitt. Während Deutsch auf eigenen Wunsch ausscheidet, erweitert der frühere Coach der zweiten Oher Mannschaft, Holger Dittrich, das Kompetenzteam des Landesligisten.

Maximilian Dittrich wechselt zum ETSV Hamburg

Und auch Dittrichs Sohn Maximilian widmet sich einer neuen Herausforderung - allerdings als Spieler. Der Offensivmann wechselt auf Leihbasis bis zum Saisonende von der TuS Dassendorf zum Oberliga-Rivalen ETSV Hamburg. Beim Verein aus Billwerder erhofft sich der 27-Jährige, der nach fast zweijähriger Verletzungspause in der Hinrunde nur sporadisch zum Einsatz kam, wieder mehr Spielzeit zu bekommen.

Maximilian Dittrich (l.) wechselt von der TuS Dassendorf zum ETSV Hamburg.
Maximilian Dittrich (l.) wechselt von der TuS Dassendorf zum ETSV Hamburg. © BGZ/Hanno Bode | Bode

Dittrich ist der dritte hochkarätige Winterzugang der ambitionierten „Eisenbahner“. Ebenfalls neu am Mittleren Landweg sind Vincent Janelt sowie Leon Heine. Allrounder Janelt, der von 2021 bis 2022 beim SV Curslack-Neuengamme spielte, kommt vom schleswig-holsteinischen Oberligisten VfR Neumünster.

Aus der achten Mannschaft des SC Victoria losgeeist

Verteidiger Heine wurde aus der achten (!) Mannschaft des SC Victoria losgeeist, hat allerdings in jüngeren Jahren beim Lüneburger SK Regionalliga-Erfahrung gesammelt. In der Saison 2014/2015 stand der 28-Jährige sogar im Drittliga-Kader von Fortuna Köln, blieb bei den Südstädtern jedoch ohne Einsatz.

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So richtig kennenlernen wird Heine seine neuen Teamkameraden nun auf Mallorca. Dort geht es für den ETSV allerdings nicht zum Feiern hin. Bis zum 19. Januar absolviert das Team von Coach Berkan Algan auf der Ferieninsel ein Trainingslager und will sich so den Feinschliff für die Restrunde sowie das ausstehende Viertelfinale im Lotto-Pokal gegen den HEBC holen.

Zwei Neuzugänge beim SV Curslack-Neuengamme

Ein vormaliger ETSV-Spieler hat ebenfalls den „Abflug“ gemacht – und zwar aus Curslack. Marcel Rump, bis zum vergangenen Winter noch bei den „Eisenbahnern“, hat sein Engagement beim Landesligisten aus beruflichen Gründen beendet. Auch Mick Saupe und Levin Schultz gehören nicht mehr zum Kader der Vierländer. Neu dabei sind Stürmer Maximilian Zoch (SV Eichede) und Defensivakteur Jesse Boateng (SC Wentorf).