Bergedorf. 440 junge Läuferinnen und Läufer gingen beim Rennen über 2,5 Kilometer an den Start. Wie die Beteiligten den Citylauf erlebten.

Als am Sonntagmorgen die ersten Läufer beim Kinderlauf die Ziellinie passierten, waren selbst die Moderatoren etwas ungläubig. „Ist das schon die zweite Runde?“, fragten sich Patrick Ronnebaum und Leo Goretzki, die gerade den Schlussspurt hatten ankündigen wollen. Doch sie hatten den entscheidenden Moment schon verpasst. „Das war schon der Sieger!“, stellten sie erstaunt fest – und lagen wieder falsch. Denn die Spitzenposition teilten sich am Ende mit David Soltau, Brysen Dieckmann und Henri Gröbner gleich drei Läufer. So etwas hatte es beim Bergedorfer Citylauf noch nie gegeben.

Beachtliche 9:03 Minuten lautete die Bestzeit des Trios für die 2,5-Kilometer-Strecke rund um den Bergedorfer Schlossgarten. „Wir waren am Ende wirklich alle gleich auf. Am Anfang lag ich noch weit zurück, doch dann bin ich gesprintet. Eigentlich dachte ich, dass ich nicht mehr kann“, beschrieb David Soltau den dramatischen Zieleinlauf.

10. Bergedorfer Citylauf: Drei Jungs auf Platz eins

Der 13-Jährige vom SV Curslack-Neuengamme machte zum zweiten Mal mit, im Vorjahr war er Siebter geworden. Auch sein fünf Jahre jüngerer Bruder Levi war bei der zehnten Auflage an den Start gegangen. „Früher bin ich selbst Mittelstrecke gelaufen. Ich finde es toll, wenn sich auch die Kinder dafür begeistern lassen“, sagte Mutter Anja Soltau.

Zuschauer machen Fotos und feuern den Nachwuchs beim Kinderlauf an.
Zuschauer machen Fotos und feuern den Nachwuchs beim Kinderlauf an. © Hanno Bode

Etwas geknickt war Henri Gröbner in den Minuten nach den Rennen. Der Zehnjährige, der bei der TSG Bergedorf Fußball spielt, hatte gegen seine älteren Kontrahenten lange den alleinigen Sieg vor Augen. „Ich wollte noch einmal zu einem Schlussspurt ansetzen, aber auf der Strecke war es zu voll“, bedauerte er. Vater Tilp jedenfalls war stolz auf die Leistung seines Sohnes: „Er ist wirklich sehr ehrgeizig.“

Mena Pima siegt bei den Mädchen

Der dritte Sieger, Brysen Dieckmann, hatte schon beim Hamburger Marathon im vergangenen Jahr Wettbewerbserfahrung gesammelt. „Ich bin damals das Zehntel gelaufen. Die 2,5 Kilometer heute waren daher kein Problem“, beschrieb der Abwehrspieler von der 1. Fußball-D-Jugend der TSG Bergedorf, den auf dem Fußballplatz so schnell kaum einer einholen wird. Brysens Nettozeit betrug sogar nur 9:02 Minuten. Offenbar war er eine Sekunde später losgelaufen als die anderen beiden Sieger. Die Zeiten werden durch einen Chip im Schuh erfasst, wenn die Aktiven über eine Kontaktmatte im Start- und Zielbereich laufen.

Mena Pima siegte in 9:39 Minuten bei den Mädchen.
Mena Pima siegte in 9:39 Minuten bei den Mädchen. © Hanno Bode

Bei den Mädchen siegte Mena Pima, die mit einer Zeit von 9:39 Minuten kaum langsamer war als die zum Teil deutlich älteren Jungen. Sie war eines von 13 Kindern aus der Startgruppe der Adolph-Diesterweg-Schule. „Irgendwann auf der Mitte habe ich keine Luft mehr gekriegt“, erzählte die Neunjährige, die im Vollsprint ins Rennen gestartet war. „Mein Lehrer hat mich hochgehoben und dann ging es wieder.“ Lillith Zeppenfeld (9:54) und Luisa Kuhrt (9:55) belegten die weiteren Positionen auf dem Treppchen.

440 Kinder gingen an den Start

So herausfordernd wie beim 10. Bergedorfer Citylauf waren die Rahmenbedingungen für die Kinder selten. Als um 10 Uhr das Startsignal ertönte, zeigte das Thermometer bereits sommerliche 21 Grad Celsius an. Unter frenetischem Jubel Hunderter Zuschauer stürmten die 223 Mädchen und 217 Jungen die Chrysanderstraße entlang. Zweimal ging es um den Bergedorfer Schlossgarten, ehe auf Höhe des Café Chrysander der Zieleinlauf anstand.

Die drei Sieger bei den Jungen: David Soltau (v.l.), Brysen Dieckmann und Henri Gröbner.
Die drei Sieger bei den Jungen: David Soltau (v.l.), Brysen Dieckmann und Henri Gröbner. © Hanno Bode

Unter den Aktiven waren auch diesmal zahlreiche Debütanten. „Unser Sohn hatte durch Spendenläufe in der Schule Lust bekommen, hier mitzumachen“, erzählte Cordula Lutter, die Sprössling Jannis zusammen mit Ehemann Thomas anfeuerte. „Go for it Jannis“ stand auf dem Plakat, das sie gemeinsam hochhielten. Der Zehnjährige durfte sich am Ende über Platz 37 freuen. Besondere Unterstützung von außen erhielt auch die sechsjährige Flori, deren Namen in großen Buchstaben auf einem Plakat prangte: „Sie ist hier mit einer Gruppe der Schule Sander Straße. Das ist eine tolle Sache!“, sagte ihr Vater Johannes Lauckner.

Der Siegerpokal hatte ganz schön Gewicht

Nach dem Zieleinlauf tummelten sich die Kinder rund um den Wasserstand im Schlossgarten, holten sich die verdienten Glückwünsche ihrer Eltern ab und bekamen eine goldene Medaille um den Hals gelegt. Für die Schnellsten von ihnen gab es im Anschluss sogar einen Pokal: „Der ist ganz schön schwer“, sagte Mena Pima nach der Siegerehrung. Doch egal, wie die persönliche Zeit lautete: Gewinnerinnen und Gewinner waren heute alle.

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