ODDSET-POKAL

VfL Lohbrügge mit „Toren wie Peitschenhiebe“

| Lesedauer: 3 Minuten
Olaf Lüttke
Rustikal und spielfreudig trat der VfL auf: Hier grätscht Ahmad Hafiz Chris Flick um.

Rustikal und spielfreudig trat der VfL auf: Hier grätscht Ahmad Hafiz Chris Flick um.

Foto: BODE / Hanno Bode

Lohbrügge. Im Oddset-Pokal gehört der VfL Lohbrügge zu den besten acht Mannschaften Hamburgs. Nach einem 2:1 beim HEBC steht der VfL im Viertelfinale.

Der Torhüter des VfL Lohbrügge Alen Brandic ballte die Fäuste, lief durch den Strafraum und schrie seine Freude hinaus. Gerade hatte Anto Zivkovic auf Pass von Ahmad Hafiz zum 1:1 getroffen (40.). Nur 120 Sekunden später dasselbe Bild: Nach Antonio Kobas’ 2:1 stürmte Brandic erneut wie losgelöst über das Feld.

VfL-Torwart verursacht Elfmeter

Der Jubel des Keepers war verständlich. Schließlich hatte der 23-Jährige die Führung für den Hamburg-Eimsbütteler Ballspiel-Club in dem Pokalduell der beiden Fußball-Landesligisten durch einen von ihm verursachten Foulelfmeter erst ermöglicht. Seine größte Jubelarie sollte aber noch folgen. Als Schiedsrichter Enis Mejahdi (Germania Schnelsen) abpfiff, lagen sich Brandic und alle Lohbrügger in den Armen. Es war beim 2:1 geblieben. Damit steht die Mannschaft im Viertelfinale.

„Tore wie Peitschenhiebe“ hatte Jens Wechsel in der ersten Halbzeit gesehen. Damit zielte der VfL-Präsident auf die überfallartig vorgetragenen Angriffe der Gäste gegen die behäbige HEBC-Defensive ab. Dass die Gastgeber dennoch in Führung gingen, stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Brandic zog Juro Julardzija beim Herauslaufen die Beine weg. Dafür sah er Gelb. Den Elfmeter verwandelte der Gefoulte selbst (32.).

Schöner, schneller Fußball

Die Lohbrügger antworteten mit schnellem, schönem Fußball. Da wurde nicht lange taktiert, sondern nach vorn gespielt. Auf engstem Raum spielten Zivkovic und Kobas Doppelpass, degradierten die Eimsbütteler dabei zu hilflosen Statisten. Der abschließende Schuss vom überragenden Kapitän Zivkovic knallte an den Pfosten (37.). Das war hohe Spielkunst. Der Lohn folgte durch die beiden Tore.

Nach dem Wechsel standen die Gäste tiefer und lauerten auf Konter. Chancen für den VfL gab es nun reichlich. Aber Javad Gurbanian traf aus sieben Metern nur das Außennetz (52.), Kobas (70.) und Duro Maskaljevic (82.), der in der Nachspielzeit Gelb-Rot sah, zielten knapp über das Tor. Die Eimsbütteler hatten durch Stefan Hermes, der frei vor Brandic den Ball nicht richtig traf (49.), sowie einen Fernschuss von Felix Hackstein (76.) die besten Chancen. Dass der Sieg des VfL verdient war, daran bestand jedoch kein Zweifel.

Wer nun aber erwartet hatte, dass Keeper Brandic ob des von ihm verursachten Elfmeters einen Rüffel von seinem Trainer bekam, sah sich getäuscht. Im Gegenteil. „Ich bin froh, dass das passiert ist. Erst danach haben wir angefangen, Fußball zu spielen“, sagte Mato Mitrovic. Und Brandic selbst? „Ich bin stolz auf meine Mannschaft“, sagte der gebürtige Kroate und verschwand unter den tanzenden Lohbrügger Spielern.

VfL:
Brandic; Pallasch (64. Santelmann), Erkan, Benkovic, Ballach; Zivkovic, Hafiz; Arlovic (72. Reimers), Gurbanian (85. Loesche), Maskaljevic; Kobas.

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