Kleiner Mann ganz groß

Bergedorf
(kob).
Wolfgang Schmidt war in seinem Element. "Und wieder erläuft unsere Nummer 42, Omar Diaz, ein neues First Down. Vier neue Versuche für die Swans", sagt der Stadionsprecher der Hamburg Swans. Nahezu jede Aktion - ganz gleich, ob sich das Angriffsrecht durch eine Interception plötzlich ändert oder warum auf einmal von den Schiedsrichtern gelbe Flaggen auf das Feld geworfen werden - erklärt Schmidt. Damit sorgt er nicht nur für Stimmung unter den Fans, sondern hilft nebenbei auch den weniger football-affinen Zuschauern, dem Spiel besser folgen zu können.

Im Spitzenspiel der Oberliga zwischen den Swans der TSG Bergedorf und den Ravens aus Harburg fällt Diaz' Name dabei ganz besonders häufig. Und dank Schmidt wussten anschließend selbst die Laien, wem die Swans den deutlichen Sieg zu verdanken hatten. Der kaum 1,70 Meter große Running Back der Hausherren führte den Tabellenführer mit drei Touchdowns fast im Alleingang zum überzeugenden 39:7-Erfolg gegen den Lokalrivalen.

"Omar ist eine Sensation", fasste Swans-Sprecher Axel Methling den Auftritt treffend zusammen. Dabei kann Diaz aufgrund seiner Arbeit meistens gar nicht mit der Mannschaft trainieren. Für die Swans ist das vermutlich ein Segen. Wer weiß schließlich, ob er unter anderen Bedingungen nicht auch für höherklassige Teams interessant wäre?

Spätestens als Diaz, einen Kopf kleiner als alle Gegenspieler und eigentlich in der Offensivreihe der Swans zuhause, im dritten Viertel einen Angriff der Ravens-Offense mit einem astreinen Tackle stoppte, wurde jedem Anwesenden klar, dass dieser Mann heute in anderen Sphären spielt. Der Grund liegt für Head Coach Marco Nitsche auf der Hand. "Omar ist einfach Footballer mit Leib und Seele", lobte der Trainer.

Doch auch der Rest der Mannschaft wusste zu überzeugen. Quarterback Alexander Wenzel, Tight End Jonas Palder und Wide Receiver Spencer Eckhardt erzielten ebenfalls Touchdowns und sorgten dafür, dass die Partie nach einer ausgeglichenen Anfangsphase schnell zu einer klaren Angelegenheit wurde. Nach dem dritten Viertel stand es bereits 32:7. Nitsche freute sich anschließend über den Auftritt seines Teams: "Es hat wirklich alles gepasst. Besonders unser Lauf-, aber auch das Passspiel waren super."

Angesichts der Tabellensituation - die Ravens stehen auf Platz zwei der Vierer-Liga - mutet das deutliche Ergebnis doch etwas überraschend an. "Mit so einem klaren Sieg haben wir nicht gerechnet", gab auch Methling zu. Durch den Erfolg stehen die Swans weiter ungeschlagen an der Tabellenspitze und haben nun vier Punkte Vorsprung vor den Ravens. Am Sonnabend (15 Uhr) kommen die Bremerhaven Seahawks zum nächsten Punktspiel an den Ladenbeker Weg.