Bergedorf 85

Geschacher um den Trainerposten

Bergedorf. Berkan Algan, der Trainer des Fußball-Oberligisten Bergedorf 85, besitzt die Gabe, komplizierte Sachverhalte in plakative Formeln zu fassen.

"Wer in ein Planschbecken springt, sollte keinen 'Köpper' versuchen", sagt er beispielsweise über die finanziell klamme Situation des Vereins, die der Verpflichtung zahlreicher Neuzugänge entgegensteht. Doch genau die sind wohl vonnöten, soll sich die trostlose sportliche Situation des Tabellenletzten - nur sechs Punkte - im Frühjahr bessern. "Acht neue Spieler habe ich für die Rückrunde im Visier", betont Algan, "Tendenz steigend."

Doch sind solche Pläne auch bezahlbar? Daran wird sich das Zukunftskonzept messen lassen müssen, das Algan ausgearbeitet hat und von dem abhängt, ob er seinen Posten behalten darf. Einen kleinen Teilerfolg darf er zumindest für sich verbuchen. Sah es am Mittwoch noch so aus, als sei seine Entlassung bereits beschlossene Sache, so ist nun offenbar wieder alles offen. Der "85"-Vorstand tagte am Mittwochabend, ohne zu einem Beschluss zu kommen. "Ende nächste Woche wird entschieden, in welcher Art es bei den ,Elstern' weitergeht", verkündete Marcel Knothe, der 1. Vorsitzende von Bergedorf 85.

Eine Woche Zeit zum Nachdenken also. Und zum Vergleichen. Denn nicht nur Algan erstellt ein Zukunftskonzept, sondern auch sein bisheriger Co-Trainer Kevin Strohbach, der den Trainerposten übernehmen möchte. "Wenn der Vorstand sagt, er hat Lust auf mich, dann bin ich dabei", betont der 25-Jährige.

Gegen Strohbach spricht seine mangelnde Erfahrung im Herrenbereich, für ihn seine größere Nähe zur Mannschaft. Denn während Algan das "Elstern"-Team bereits "in der Winterpause" wähnt, trainiert Strohbach mit der Mannschaft weiter, zuletzt gestern Abend um 19.30 Uhr. Auch eine gemeinsame Weihnachtsfeier ist noch geplant. "Beim Training am Dienstag waren wir 17 Spieler", freut sich Strohbach, "mit dabei sind auch schon einige Akteure, die ich in Zukunft gerne einbauen würde."

So bastelt jeder an seinem "Elstern"-Team der Zukunft. Während für Algan klar ist, dass von außen ein paar Leitwölfe hinzukommen müssen, "denn wenn man den schlechten Geist der Mannschaft vertreiben will, braucht man echte Führungsspieler", will Strohbach offenbar um vorhandene Leistungsträger wie Yayar Kunath und Andreas Metzler junge Spieler gruppieren. Unklar ist, wie weit das sportlich trägt.

Sicher ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur eines: "Das Team Algan/Strohbach ist Geschichte", versichert der jetzige Co-Trainer Strohbach.