Fußball-Landesliga

Den Bock umstoßen

Lohbrügge. So prachtvoll die Landesliga-Fußballer des Oststeinbeker SV am heimischen Meessen agieren (sechs Spiele, sechs Siege), so armselig präsentierten sie sich bislang auf fremden Plätzen, wo sie noch immer auf ihren ersten Saisonerfolg warten.

Da scheint die Partie beim derzeit völlig neben sich stehenden VfL Lohbrügge gerade recht zu kommen - doch das Gegenteil ist der Fall!

OSV-Coach Stefan Kohfahl wird am Sonnabend erst mal nervös durchzählen müssen, ob er elf Spieler zusammenbekommt, denn zeitgleich zur Partie (15 Uhr, Binnenfeldredder) haben auch die Hamburg Panthers ein Futsal-Spiel auszutragen. Ein Großteil der OSV-Leistungsträger kickt für beide Teams. "Wir wollten das Spiel daher verlegen, aber Lohbrügge hat abgelehnt", grollt Kohfahl, "was immer sie sich auch davon versprechen, wir werden die Antwort auf dem Platz geben."

Beim VfL sind Spieler, Trainer und Verantwortliche derweil eher mit sich selbst beschäftigt als mit dem kommenden Gegner. Wenn im Winter nicht "massiv" Verstärkungen kämen, würde er seinen Hut nehmen, hatte Coach Jörn Geffert am Wochenende im Frust nach der 0:4-Pleite beim BSV Buxtehude gedroht. "Jörn ist halt ein hochemotionaler Mensch, der diesen Sport mehr liebt als viele andere", ordnete der Sportliche Leiter des VfL, Robert Mimarbachi, die Aussagen ein. Eines scheint jetzt schon klar zu sein: Eine weitreichende Umgestaltung des Kaders, wie er Geffert vorschwebt, wird es nicht geben. "Maximal drei neue Spieler", sagt Mimarbachi, will der VfL im Winter holen.

Bis dahin muss es der aktuelle Kader richten. "Wir haben genug erfahrene Leute wie Sven Maric, Sascha Göttmann oder Marek Smaga", betont Mimarbachi, "gerade Sascha ist innerhalb der Mannschaft jemand, der den Ton angibt." Der 28-jährige Verteidiger weiß auch genau, woran es hakt. "Wir sind zu schnell mit einigen guten Ansätzen zufrieden", analysiert er und nennt als Beispiel die Partie gegen den SC Concordia, in der die Lohbrügger eine Stunde lang hervorragend spielten, mit 1:0 führten und in den letzten 30 Minuten beim 1:3 noch alles wegschenkten.

Ausgerechnet gegen die übermächtig erscheinenden Oststeinbeker um Top-Scorer Rafael Monteiro will der VfL nun die Trendwende schaffen. "Wir müssen kratzen, beißen, treten und endlich den Bock umstoßen", fordert Göttmann. Zuspruch kommt ausgerechnet vom Gegner. "Lohbrügge war ursprünglich mein Geheimfavorit", verrät Kohfahl.