GSK Bergedorf

Bis ans Ende der Welt

Bergedorf (vg). Nur wenige Tage nachdem der Hamburger Fußball-Verband den Ausschluss des GSK Bergedorf wegen des tätlichen Angriffs auf ein Schiedsrichtergespann beschlossen hatte, trat das Team beim FC Türkiye an.

Denn solange der Verein noch Rechtsmittel gegen die Entscheidung einlegen kann, gilt das Urteil als nicht rechtskräftig. "Ich werde kämpfen bis ans Ende der Welt", verspricht GSK-Trainer Hakan Karadiken. Und seine Elf tut es ihm offensichtlich gleich. Niemand ließ sich ob der scheinbar ausweglosen Situation hängen. Im Gegenteil: Mit einer überzeugenden Vorstellung siegten die Bergedorfer auf dem Sportplatz Landesgrenze 2:0.

Doch natürlich standen nicht sportliche Belange im Vordergrund, sondern die bange Frage, was aus der Mannschaft wird. Da der GSK über keine zweite Mannschaft und damit über keine alternative Spielmöglichkeit verfügt, wären alle Spieler nach dem Inkrafttreten des Ausschlusses sofort für andere Vereine spielberechtigt. "Wir bleiben auf jeden Fall zusammen", möchte Karadiken notfalls am liebsten im Block wechseln.

Dafür betrieben die Bergedorfer Spieler am Sonnabend schon einmal Werbung in eigener Sache, auch wenn sie eine lange Anlaufphase benötigten. "Anfangs haben wir versucht, selbst das Spiel zu machen. Das hat nicht gut funktioniert", analysierte Karadiken. Erst als der GSK sich stärker auf die Defensive konzentrierte und mit seiner dichten 4-1-4-1-Formation (Karadiken: "Das habe ich mir bei der deutschen Nationalelf abgeschaut") auf Konter setzte, lief es plötzlich. Einen dieser schnellen Gegenangriffe schloss Botan Sabir zur 1:0-Pausenführung ab. Unmittelbar nach der Pause setzte sich dann Hendrick Au, der mit Fieber und Antibiotika aufgelaufen war, auf der rechten Seite durch. Seine mustergültige Flanke verwandelte Mohamed Al-Jilani mit einer wunderschönen Direktabnahme zum 2:0-Endstand (46.).

In der Schlussphase wurde es dann noch eine Abwehrschlacht, doch die GSK-Defensive, in der sich Linksverteidiger Fatih Okur Bestnoten verdiente, hielt dicht. Die Zukunft muss nun zeigen, ob dieser Erfolg auch in der Tabelle Bestand hat oder nicht.

GSK: Lejic; Warmbier, Koca, Medoglu, Okur; Zöllner; Au (75. Pappoe), Al-Jilani, Salif, Wendt; Sabir (83. Baklavaci).