SV Börnsen

Greve: "Die Situation hat mich zermürbt"

Börnsen. Als Marcel Greve am Donnerstagabend der Mannschaft seine Entscheidung, als Trainer des SV Börnsen zurückzutreten verkündet hatte, spielten sich am Hamfelderedder bewegende Szenen ab.

Alle Spieler standen auf, einige hatten feuchte Augen. "Ein bewegender Abschied", sagt Liga-Obmann Kai Smolarski. Der Verein hatte trotz des Fehlstarts in die Fußball-Bezirksliga (sieben Punkte aus sieben Spielen, nur Platz elf) mit einer Nibelungentreue am 39-Jährigen festgehalten. Doch die letzten drei Niederlagen gaben Greve den Rest. "Die Situation hat mich zermürbt", gesteht der ehemalige Junioren-Nationalspieler.

Vorerst bis zur Winterpause übernimmt der bisherige Co-Trainer Sven Lütten die Verantwortung für die verunsicherte Mannschaft. Woran es liegt, ob er auch darüber hinaus im Amt bleibt, das weiß der 35-Jährige nur zu gut: "Ich muss Ergebnisse bringen." Allerdings hat es schon seine erste Aufgabe am heutigen Sonnabend in sich: Der SVB empfängt den wiedererstarkten FSV Geesthacht (15 Uhr, Hamfelderedder).

Die Ergebnisse stimmen bei den Börnsenern indes seit geraumer Zeit nicht mehr. Nach 14 Jahren stieg der SVB im Sommer aus der Landesliga ab, der anvisierte Wiederaufstieg ist in weiter Ferne. Dennoch stand der Verein zu Greve (seit 2007 im Amt). "Wir haben keine Notwendigkeit gesehen, am Trainer zu zweifeln", betont Smolarski.

Greve hatte allerdings schon länger das Gefühl, die Mannschaft nicht mehr zu erreichen. "Am Ende fehlte mir die Kraft. Und weil es hieß, ,Der Einzige, der den Trainer entlassen kann, ist der Trainer selbst', musste ich diesen Schritt jetzt gehen. Ich hoffe, es hat die richtige Signalwirkung", sagt Greve.

Fraglich ist indes, ob sofort eine Besserung eintritt. Die mannschaftliche Geschlossenheit, von der der SVB lange lebte, gibt es nicht mehr. "Sie ist abhandengekommen. Das war ein schleichender Prozess", weiß auch Greve. Zudem geht das Team seit Wochen personell am Stock, die Alternativen, vor allem im Sturm, fehlen. Trotz allem kann der aufgerückte Lütten in Ruhe arbeiten. "Wir bauen jetzt nicht mit irgendeiner Punktevorgabe Druck auf", betont Präsident Georg Buch. In diesem Punkt ist sich der Verein treu geblieben.