Oststeinbeker SV

Kampfansage an die Konkurrenten

Foto: DAMM / Olaf Damm

Oststeinbek. Auch wenn die nackten Zahlen etwas anderes sagen, Stefan Kohfahl kann die vergangene Fußball-Saison für sich persönlich durchaus als erfolgreich betrachten.

Zwar stiegen mit den Oberliga-Kickern des Oststeinbeker SV und den A-Junioren des JFV Hamburg-Oststeinbek beide von ihm trainierten Mannschaften ab. Doch dafür gelang es dem Trainer, zwei seiner Akteure so zu fördern, dass nun Profiklubs auf sie aufmerksam wurden und unter Vertrag nahmen. Nach Verteidiger Seyhmus Atug, dessen Wechsel zum Karlsruher SC II bereits seit geraumer Zeit feststeht, darf nun auch Onur Saglam von einer Karriere als Berufsfußballer träumen. Der frühere JFV-Kapitän unterzeichnete einen Kontrakt bei Eintracht Braunschweig. Beim deutschen Meister von 1967 soll sich der Mittelfeldakteur zunächst in der U23 für höhere Aufgaben empfehlen.

Neben Atug und Saglam, der ursprünglich zu Germania Schnelsen hatte wechseln wollen, spielt auch Gideon Knüppe in der kommenden Saison eine Klasse höher als zuletzt. Der kantige Abwehrmann schließt sich dem FC Oberneuland an und darf mit dem Bremer Regionalligisten in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den Double-Gewinner Borussia Dortmund antreten.

Doch nicht nur Atug, Saglam und Knüppe suchen ihr Glück fernab des Meessen. Beim Trainingsauftakt am Sonnabend waren in Yannik Schmidt, Imad Mokaddem und Maximilian Hentrich nur noch drei Akteure zugegen, die auch in der vergangenen Serie für den OSV ihre Stiefel schnürten. In Michael Weiß fehlte ein vierter "alter" Oststeinbeker aus privaten Gründen. Keeper Hentrich tauchte dabei sogar noch überraschend auf. Der Schlussmann war sich bereits mit Schnelsen einig, will nun nach dem Abgang von Stammtorwart Christoph Werth (FC Bergedorf 85) aber doch ein "Men in Black" bleiben.

Irritationen gab es am Sonnabend um den nicht anwesenden Lamin Jawla. Während Kohfahl davon ausgeht, dass der Defensiv-Allrounder weiter für den OSV spielt, meinte Rückkehrer Krenar Afuzi (Vorwärts-Wacker Billstedt): "Ich habe gehört, Lamin geht zum SC Condor." Kohfahl erklärte daraufhin, dass der frühere Manager Söhren Grudzinski versucht hätte, Jawla bei den Farmsenern unterzubringen, dieses aber gescheitert sei. Ob in diesem Fall das letzte Wort bereits gesprochen ist, bleibt also abzuwarten. Ein bisschen Theater gibt es bei den Oststeinbekern im Sommer ja eigentlich immer.

Trotz der abermals riesigen Abwanderungswelle scheinen die Stormarner nicht schlechter aufgestellt zu sein als in der vergangenen Spielzeit. Onur Ulusoy sei Dank. Der Neuzugang vom FC Türkiye, der bereits fast sein komplettes Futsal-Team von den Panthers Hamburg an den Meessen gelockt hat, wurde nun abermals aktiv und lotste Hakan Ucan nach Oststeinbek. Der Verteidiger war in der vergangenen Serie für den Niendorfer TSV aktiv. "Mit diesem Team können wir auch Dassendorf angreifen", schickte Kohfahl eine Kampfansage in Richtung des Landesliga-Topfavoriten.