Bilanz eines Fußball-Jahres

Die Besten der Saison 2011/12

Foto: Bode

Bergedorf. Eine lange Fußballsaison ist vorbei. Während sich die Mannschaften in der Sommerpause befinden, hat die Sportredaktion getagt, um die herausragenden Akteure der Saison 2011/12 zu küren. Manche Entscheidungen waren eindeutig, andere haben wir kontrovers diskutiert. Das ist dabei herausgekommen.

Die Mannschaft: Bergedorf 85. Trotz des Theaters um Kurzzeit-Trainer Friedhelm Mienert, trotz der peinlichen Posse um die Regionalligameldung und trotz der Auflösungserscheinungen auf Vorstandsebene wurden die "Elstern" Vizemeister und spielten mitunter den schönsten Fußball in der Oberliga. Dies gab hauchdünn den Ausschlag gegenüber dem SV Curslack-Neuengamme.

Der Trainer: Torsten Henke (SVCN). Der personelle Substanzverlust vor der Saison war gewaltig. Torjäger Christian Spill weg. Die Innenverteidigung (Matthias Figge, Marcel Schmidt) weg. Dennoch schaffte es Langzeitcoach Henke in seiner zehnten Saison ein Team zu formen, dass bis zum vorletzten Spieltag Chancen auf den Titel hatte. Respekt!

Der Torhüter: Frederic Böse. Wie im Vorjahr führte am nur 1,78 Meter großen Schlussmann des SV Curslack-Neuengamme kein Weg vorbei. Auf der Linie besticht der 25-Jährige mit unglaublichen Reflexen.

Der Abwehrspieler: Martin Sobczyk (Bergedorf 85). Keine Entscheidung war umstrittener, ein richtiger Überflieger fehlte in der vergangenen Serie. Letztlich machte der erfahrene Defensivrecke das Rennen vor dem 19-jährigen Youngster Gideon Knüppe (Oststeinbek) und Ohes Bastian Schmidt (mit 14 Treffern bester Schütze seines Teams).

Der Mittelfeldspieler: Sascha de la Cuesta (Bergedorf 85). Der Kapitän war der Lenker im "Elstern"-Spiel. 17 Tore und 14 Vorlagen standen am Ende für den 22-Jährigen in der abgelaufenen Saison zu Buche. Kein Wunder, dass sich zahlreiche Regionalligisten für "Della" interessieren.

Der Stürmer: Marcel Ullrich. "Ulle" war die Lebensversicherung des SC Vier- und Marschlande im Oberliga-Abstiegskampf. Der mit ungeheurer Kopfballstärke ausgestattete Schlaks hatte maßgeblichen Anteil daran, dass der Aufsteiger die Klasse hielt. 17 Tore erzielte Ullrich in seinem ersten Oberliga-Jahr. Besser war nur der Pinneberger Thorben Reibe (21).

Die Überflieger: der SV Altengamme, wer sonst. Als einziges Team in den Hamburger Leistungsklassen blieb der Vierländer Kreisligist ungeschlagen (21 Siege, 5 Remis). Damit hat der SVA nach 27 Jahren endlich den Sprung in die Bezirksliga geschafft. Auch nicht schlecht: der TSV Glinde. Hinter dem SVA reichte es in der Liga zu Platz zwei. Über den Umweg Relegation konnte das Team dann den fünften Aufstieg in Folge feiern.

Die Abgestürzten: der Düneberger SV. Nach dem Durchmarsch von der Kreisklasse in die Bezirksliga hatte der DSV in der Vorsaison noch für Furore gesorgt (auf Anhieb Platz fünf). Jetzt der derbe Absturz mit dem Abstieg in die Kreisliga. Dabei hatten die Düneberger am letzten Spieltag den Klassenerhalt mit einem Sieg beim abgeschlagenen Schlusslicht Wandsetal II in eigener Hand. Doch die nominell gut besetzte Mannschaft war untereinander zerstritten. Auch Trainer Hartmut Wulff fand keinen Draht zum Team.

Die Pechvögel: der FC Voran Ohe. In jeder der drei anderen Bezirksliga-Staffeln hätten die 68 Punkte der Oher mindestens zur Teilnahme an der Aufstiegsrelegation gereicht. Nur im Osten waren mit Barsbüttel und dem MSV Hamburg (beide 78) gleich zwei Überflieger dabei.

Die Formulierung des Jahres: "Good Player". Inzwischen auf allen Plätzen Hamburgs ein geflügelter Ausdruck. Der GSK Bergedorf hatte den Einsatz eines nicht-spielberechtigten Akteurs, dessen Name angeblich niemand kennen würde und der als Radko Rangelov auflief, damit begründet, dass sich dieser auf englisch mit den Worten "I am a good player" ("Ich bin ein guter Spieler") vorgestellt hatte.

Das Theater des Jahres: Radko Rangelov hätte den Zuschlag bekommen, wenn nicht die "Elstern" von Bergedorf 85 gleich mehrfach den Vogel abgeschossen hätten (siehe "Die Mannschaft").