EM-Cup

Holland ist Europameister!

Bergedorf. Beim BZ-EM-Cup ging es hoch her: Spektakuläre Tore und ein aufregendes Elfmeterschießen hielten die Zuschauer und Spieler in Atem. Am Ende gabs nicht nur Medaillen für die strahlenden Sieger, sondern auch für die 16 teilnehmenden Mannschaften.

Als seine Teamkameraden mit Russland beim EM-Cup gerade gegen Tschechien um den fünften Platz spielen, wird Christian Dohrmann von Mama Nicole zur Toilette getragen. Den rechten Knöchel des Zehnjährigen ziert ein dicker Verband. An Mitspielen ist nicht mehr zu denken. Selbst Auftreten kann Christian mit seinem lädierten Fuß nicht. Dafür ist er die Attraktion beim Fußballjugendturnier, das unsere Zeitung und der SV Nettelnburg/Allermöhe gestern auf der Bergedorfer Rathauswiese ausrichteten. Denn Papa Jörn Dohrmann schultert seinen Sohn unter lautem Gegröle der Teamkameraden immer, wenn es von A nach B ging. „Es ist blöd, nicht mitspielen zu können“, gesteht Christian, der schon im zweiten Gruppenspiel ohne Fremdeinwirkung umgeknickt war. Für seine Russen, die eigentlich beim SC Egenbüttel kicken, haben sich die gut 60 Minuten Anreise dennoch gelohnt. Nach einem 3:2 gegen die Tschechen sind sie am Ende Fünfter.

Zwei Partien später, im Finale zwischen Holland und der Ukraine, ist dann der Escheburger SV unter sich. Als Niederlande läuft der Jahrgang 2001 auf, die jüngeren E-Junioren (2002) vertreten das EM-Co-Gastgeberland. Bei Hollands Trainer Werner Müller sind die Sympathien geteilt. Bei den Niederlanden spielt Sohn Thore (11), für die Ukraine Filius Mats (9). Nach packenden zehn Minuten mit Latten- und Pfostentreffern sowie mehreren spektakulären Rettungsaktionen steht es immer noch 0:0. Jetzt muss das „Elfmeterschießen“ aufs leere Tor entscheiden. Als Lennert Buhk die Niederlande 3:2 in Führung bringt und die Ukraine treffen muss, sagt der zuschauende Bendix Gelzer vom Team Schweden: „Den möchte ich jetzt nicht schießen.“ In der Tat zeigt der Ukrainer Nerven, der Ball geht vorbei. Holland ist Europameister.

Bei der anschließenden Siegerehrung erhalten alle Spieler der 16 Mannschaften eine Medaille. „Jeder von euch ist ein Sieger“, sagt Moderator Jens Hesse (Happy Hollywood). Das stimmt. Bei schönstem Sonnenschein ist jede Träne, die ab und an nach einer Niederlage vergossen wurde, schnell getrocknet. Pascal Eggers, der mit Irland nur auf dem 16. und letzten Platz landet, analysiert: „Wir haben einfach keine Tore gemacht.“ Er selbst hatte der Nachwuchskicker des SC Vier- und Marschlande einmal getroffen. Doch selbst vier Tore und zwei Siege, die Besar Nedzipi für Polen beisteuerte, reichte nicht fürs Viertelfinale – so knapp schied keine Mannschaft aus. „Trotzdem ist es ein gutes Turnier“, sagt der Spieler aus der SVNA-Jugend.

Weitere Nettelnburger Nachwuchsspieler traten für England an und überzeugten nicht nur Stargast Dennis Daube (FC St. Pauli). Doch obwohl mit David Renner und Philip Stefaniuk zwei der talentiertesten Kinder in einem Team standen, reichte es „nur“ zu Rang drei.

Doch aufs Gewinnen kam es ja nicht an. Zwischen den Spielen konnten sich die Kinder auf einem Bungee-Trampolin, einer Hüpfburg oder beim Bullenreiten vergnügen. Die Eltern genossen einfach das gute Wetter und sonnten sich auf mitgebrachten Campingstühlen. „Es ist ein ganz tolles Turnier. Den Kindern macht’s Spaß“, sagte Nicole Dohrmann stellvertretend.

Während es bei den Fußballspielen bei leichten Blessuren blieb, fiel Dustin Küper (Italien) beim Bullenreiten so unglücklich, dass er mit einem gebrochenen Arm ins Krankenhaus musste. Wir wünschen gute Besserung.