SC Schwarzenbek

Zwischen Arroganz und Lustlosigkeit

Börnsen (ols). 85 Minuten lang verlebt Henning Bindzus im Tor des Fußball-Landesligisten SC Schwarzenbek einen ruhigen Nachmittag. Seine Mannschaft führt beim SV Börnsen mit 3:1, die Gastgeber enttäuschen auf ganzer Linie.

Dann jedoch wagt sich der SVB mal wieder nach vorn: Weil die Schwarzenbeker Abwehr nur halbherzig klärt, landet der Ball bei Andreas Fidanakis, der sofort Marcel Hamester anspielt. Bindzus stürzt dem SVB-Angreifer entgegen, kann den Gegentreffer jedoch nicht mehr verhindern (85.). 120 Sekunden später ist es Bindzus selbst, der patzt: Eine harmlose Hereingabe von Marlon Ioannou lässt er ins Tor rutschen. Plötzlich steht es 3:3, kurz darauf ist Schluss.

"Wir haben 80 Minuten hergeschenkt", polterte SVB-Coach Marcel Greve. Für die Schwarzenbeker hingegen war dieses Unentschieden eine gefühlte Niederlage, obwohl sie durch den Punktgewinn endgültig den Klassenerhalt gesichert haben. Von Beginn an waren sie das bessere Team gewesen, früh hatte Christoph Bolz das 1:0 (16.) besorgt. Der Wille der Gastgeber, den Abstieg noch abzuwenden, zeigte sich hingegen in Hälfte eins nur einmal: Dennis Bahr behauptete sich gegen zwei Mann und holte eine Ecke raus, die er per Kopf selbst zum 1:1 in die Maschen wuchtete (31.). Fast postwendend schaffte Schwarzenbek das 2:1: Alexander Gierke passte nach innen, André Brausendorf lenkte die Kugel ins eigene Tor (33.).

Nach dem Wechsel blieben die Gäste das dominante Team. André Basenau erhöhte auf 3:1 (57.), doch der SCS ließ weitere gute Einschussmöglichkeiten leichtfertig liegen. "Ich weiß nicht, ob das Arroganz oder Lustlosigkeit war", schimpfte Schwarzenbeks Trainer Kim Koitka. Vor allem die schwache Vorstellung seiner Einwechselspieler brachte ihn auf die Palme. Dirk Kappmeyer war einer von ihnen. Er hatte die größte Chance, alles klar zu machen. Doch allein vor Sven Lütten schoss er den Ball wuchtig und weit über das Tor (78.). Die Schlussphase hätte Schwarzenbek übrigens noch teurer zu stehen kommen können. Kurz nach dem 3:3 sprang Daniel Andrade die Kugel im Strafraum an die Hand. Ein Pfiff blieb jedoch aus.

SVB: Lütten (3); Graff (5) ab 58. Rasminda (4), Bitterkleit (4), Brausendorf (4), Bahr (4); Fidanakis (4), Többen (5) 46. Busch (4), Schüler (5), Ioannou (4); Bode (4-5) ab 64. Tamm (-), Hamester (4).

SCS: Bindzus (4); Graf (3), Basenau (2), Andrade (2), Ehmke (3); Schumacher (3), Bethmann (3), Oldag (3) ab 65. Bannasch (-), Gierke (2-3); Bolz (3) ab 75. Kappmeyer (-), Hammel (3) ab 75. Steffens (-).