41. Sachsenwaldmeisterschaft

Von Glücksrittern auf einem Familientreffen

Schwarzenbek (ols). Obwohl an allen 22 Tischen reger Betrieb herrscht, ist in der Halle Buschkoppel eine Stimme immer wieder zu hören: Bert Fölsch vom VfL Geesthacht hat im Duell mit Dietmar Besch (TTG Südstormarn) Probleme und verschafft seinem Ärger darüber lautstark Luft.

"Das ist doch ein Glücksritter", schreit er, nachdem ihm Besch zum wiederholten Male einen schon sicher geglaubten Punkt noch abgeluchst hat. "Ich habe schon immer sehr emotional gekämpft", sagt der VfL-Tischtennis-Abteilungsleiter später. Seinen Kontrahenten kann er in der zweiten Runde der Sachsenwaldmeisterschaften nicht aus der Ruhe bringen. In der Herren-C-Konkurrenz ist für den Elbestädter in Schwarzenbek deshalb Endstation.

Die 41. Auflage des Traditionsturniers nimmt mit der C- und D-Konkurrenz seinen Anfang. "Das ist immer ein großes Familientreffen", kommentiert Organisator Immo Wegner den Charakter des Breitensportevents. Das gilt insbesondere für das Mixed-Duo Birgit Bastian und Sohn Tobias. Der Filius spielt beim VfL Geesthacht, Birgit Bastian schlägt für die TTG Südstormarn auf. Nach dem Aus in Runde zwei beim Premierenauftritt haben sie Lust auf mehr. "Im nächsten Jahr werden wir noch einmal zusammen antreten", sagt Tobias.

Ohne Abstimmungsprobleme harmonieren Doppel Stephan Hinsch (Bergedorf-West)/Peter Bandelow (TSV Reinbek). "Dabei haben wir uns erst heute Morgen kennengelernt", verrät Hinsch. Das Los brachte sie zusammen. Trotz seiner 74 Jahre schlägt Bandelow noch in der D-Konkurrenz auf. Die Seniorenklasse reizt ihn nicht. "Die spielen Ping Pong. Ich brauche etwas, das mehr Einsatz verlangt", sagt er. Das Duo schafft es bis ins Viertelfinale.

Bei aller Freundschaft kommt der Wettbewerbscharakter nicht zu kurz. Die Nummer eins ist erneut der übermächtige TSV Schwarzenbek. Der Seriensieger, in den letzten fünf Jahren jeweils Gewinner der Gesamtwertung, liegt vor dem Start der Jugend- und Senioren-Konkurrenzen am kommenden Wochenende (jeweils ab 8.30 Uhr, Buschkoppel) mit 140,25 Punkten klar vor Südstormarn (73,00). Den bisherigen Rekord von zwölf Gesamtsiegen in Folge hält aber weiterhin der VfL Geesthacht. "Ich traue ihnen aber zu, diesen zu knacken", meint Fölsch, der über sein Ausscheiden auch eine Stunde später noch enttäuscht ist. "Du bereitest Angriffe vor und dann kommen solche schmutzigen Bälle zurück." Manchmal ist das Glück eben nicht mit den Tüchtigen.