Lauenburg

Ein absoluter Willensakt

Lauenburg. Die letzten Meter bis ins Ziel sind bekanntlich die Schwersten. Über Sieg oder Niederlage entscheidet oft der Kopf.

Die Handballer der Lauenburger SV waren sich dieser Schwierigkeit in der Landesligapartie gegen den abstiegsbedrohten Oldenburger SV bewusst und zeigten beim Stand von 13:15 (20.) mentale Stärke. Trotz doppelter Unterzahl vergrößerte sich der Rückstand nicht. Und als die LSV wieder vollzählig war, holte sie den Rückstand bis zum Pausenpfiff auf (18:18). Dass die Gastgeber am Ende zu einem 36:33-Erfolg kamen, unterstrich die an diesem Tage starke kämpferische Leistung.

"Ein absoluter Willensakt. Wir sind zu keiner Zeit verkrampft und immer ruhig geblieben", sagte ein zufriedener LSV-Trainer Thilo Asmus. Zwei Faktoren waren entscheidend für das offene Duell, das die 120 Zuschauer bis zum Schluss zittern ließ.

Der eine hieß Julian Mademann, mit 16 Treffern der überragende Spieler auf dem Platz. "Ihn haben wir leider nicht in den Griff bekommen", gab Asmus zu. Der andere trug die Namen der Unparteiischen. Das Gespann Björn Gerke und Uwe Steffen agierte an diesem Tage unglücklich. Gleich elf Zeitstrafen bekamen die Gastgeber ausgesprochen, Oldenburg nur eine. Doch unfair spielte die LSV keineswegs, ließ sich von dieser Benachteiligung auch nicht beeindrucken und gefiel durch einen konzentrierten Auftritt.

In der zweiten Hälfte konnte sich Lauenburg zwar ein wenig absetzen (30:26, 47.), doch geschlagen gaben sich die Oldenburger nicht. Die Entschlossenheit der LSV blieb an diesem Tage der ausschlaggebende Grund für diesen Sieg. So zu sehen in der 50. Spielminute, als Lauenburgs Florian La Prova den Ball in der eigenen Hälfte bekam, alleine durchmarschierte und den Ball zum 31:28 ins Tor warf.

"Ein solcher Erfolg hält die Konzentration hoch. Das ist mir lieber als ein Kantersieg. Wir haben in der Kabine zuletzt viel zu oft über die Oberliga gesprochen", erklärte Asmus. Der Aufstieg rückt näher, doch um ein erneutes Zittern werden die LSV-Fans in den letzten drei Partien wohl nicht herumkommen.

LSV-Tore: Hagen (11/2), Mahnecke (9/1), La Prova (6/1), Mathias (3), Börger, Gutsch (je 2), Neckel, Grosser, Simon (je 1).