Lohbrügge

Ein Gegner ohne die richtige Einstellung

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Hanno Bode

Lohbrügge. Die ganz große Vorfreude stand den Fußballern von Grün-Weiß Harburg zweifellos nicht ins Gesicht geschrieben, als sie knapp eine Stunde vor dem Anpfiff der Landesliga-Partie beim VfL Lohbrügge die Sportanlage am Binnenfeldredder betraten.

"Die haben sofort versucht, die Schiedsrichterin zu einer Absage zu bewegen", erzählte VfL-Präsident Jens Wechsel. Doch die Unparteiische Tanja Krause vom Hamburger SV befand den seifigen Rasen trotz energischer Proteste der Gäste als bespielbar. Eine Entscheidung, mit der das Team von Coach Sven Siebert offenbar nicht gerechnet hatte. "Die sind erst gut 20 Minuten vor dem Anstoß zum Warmmachen herausgekommen", wunderte sich Lohbrügges Kotrainer Dirk Weißleder. Es folgte eine Partie, in der Harburg - im vergangenen Jahr immerhin noch Oberligist - zu keinem Zeitpunkt mit der Taktzahl der Hausherren mithalten konnte. Die Mannschaft von Trainer Sven Schneppel demontierte den Absteiger mit 5:0 und bewies damit, dass sie nicht nur spielerisch glänzen, sondern auch über den Kampf Partien entscheiden kann.

Schließlich ließ der rutschige Untergrund am "Binner" keinen gepflegten Kombinationsfußball zu. Doch gegen die in ihren fußballerischen Mitteln ohnehin beschränkten Harburger ging der VfL von Beginn an so aggressiv zu Werke, dass Grün-Weiß seine Trumpfkarte, den nimmermüden Einsatz, nicht zur Geltung bringen konnte. Die Hoffnung der Siebert-Elf, mit Gebolze zumindest ein Remis zu erkämpfen, zerschlug sich schnell. So sorgten Michael Exposito per Kopf (25.) und der beste Lohbrügger, Felix Bültemann (43.), bereits vor der Pause für die Vorentscheidung.

Die Gäste fielen in den ersten 45 Minuten nur durch das Gemecker ihrer geringen Fan-Schar auf. Tenor: "Brich das Spiel endlich ab." Aber Schiedsrichterin Krause ließ sich durch die teils ordinären Rufe nicht beeinflussen. Zumal beide Mannschaften eh mit den gleichen widrigen Bedingungen zu kämpfen hatten. Einzig, der VfL nahm die Platzverhältnisse besser an und ließ Ball und Gegner laufen. Nachdem Baris Ekici zudem mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen worden war (58.), brachen alle Dämme. Der abermals überzeugende Kapitän Ricardo Nunes per Freistoß (59.), Patrick Steffens 60 Sekunden nach seiner Einwechslung (63.) und Bültemann (79.) erhöhten noch auf 5:0. Ein Ergebnis, das den an diesem Tag bestenfalls bezirksligatauglichen Harburgern noch schmeichelte. Aber die Spielvorbereitung war ja auch allenfalls auf Kreisliga-Niveau . . .

VfL: Wilkens; Hamdan, Golinske, Flick, Braun; Feddern, Özerkes (79. Graf), Smaga, Nunes (64. de Sousa); Exposito (62. Steffens), Bültemann.

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