Fußball-Oberliga

1:7 - Bergedorf 85 vom VfB Lübeck vorgeführt

Kirchwerder. An Motivation mangelte es Abdul Karim Martens gegen seine alten Mannschaftskameraden nicht. Der Defensivspezialist des Fußball-Oberligisten Bergedorf 85 riss im Testspiel gegen den Regionalligisten VfB Lübeck viele Kilometer ab, dirigierte und hatte für einen Abräumer ungewöhnlich viele Ballkontakte.

Einzig, was der 20-jährige Deutsch-Franzose mit dem runden Leder zuweilen trieb, stieß nicht überall auf Wohlgefallen. So platzte "Elstern"-Trainer Manfred Nitschke nach gut einer Stunde und der unzähligsten sinnlosen Pirouette von Martens der Kragen. "Das ist zum Kotzen", schrie der 60-Jährige lauthals über den Kunstrasenplatz am Zollenspieker.

Der Frust des Coaches gründete jedoch nicht nur auf der etwas eigensinnigen Vorstellung des ehemaligen Lübeckers, der vor gut einem halben Jahr an die Sander Tannen gewechselt war. Nitschke war ernüchtert, ja empört darüber, dass sein Team den Gästen durch individuelle Fehler Torchancen en masse ermöglichte. Die bittere Konsequenz: "85" verließ mit einer 1:7-Packung das Feld.

Vier Tage nach der 3:7-Niederlage gegen Regionalliga-Tabellenführer Holstein Kiel, bei der die "Elstern" trotz des Resultats eine gute Leistung geboten hatten, ließ sich der Oberligist vom Tabellen-13. der vierten Liga nach allen Regeln der Kunst vorführen. Gegen das aggressive Pressing und gekonnte Kurzpassspiel des VfB fand die Nitschke-Elf von Beginn an keine Mittel. So musste der bemitleidenswerte Keeper Christoph Werth bereits nach einer halben Stunde zum fünften Mal hinter sich greifen. Fabian Kolodzick (4., 22., 30.), Steve Ridder (7.) und der niederländische Testspieler Imad Azaoum (14.) hatten getroffen. Danach gelang Bergedorfs Sascha de la Cuesta mit dem Treffer zum 1:5 kurzfristig etwas Ergebniskosmetik (34.), doch postwendend erhöhte Marcel Gebers wieder für Lübeck (36.). "So etwas habe ich ja noch nie erlebt", fluchte Nitschke.

Nach der Halbzeit und einigen Wechseln auf beiden Seiten verflachte die Begegnung zusehends. Bei den "Elstern" stand nun zumindest die Abwehr um Neuzugang Oliver Leinroth (SV Lurup), der im ersten Abschnitt mit untergegangen war, einigermaßen sicher. Und auch der nach seinen Profi-Versuchen in der Türkei verpflichtete Ali Kalma deutete bei seinem 25-minütigen Einsatz sein Potenzial an. Ein Treffer aber blieb dem 20-Jährigen und seinen neuen Mitspielern nicht mehr vergönnt. Den 1:7-Endstand markierte erneut Azaoum (66.).