Sachsenwaldmeisterschaften

Eine Dame für den "einsamen Herrn"

Schwarzenbek. Dassendorfer sind nicht zu beneiden. Es gibt nämlich keine Damen in der rund 3000 Einwohner zählenden Gemeinde. Genauer gesagt: Bei der TuS Dassendorf gibt es keine Tischtennisspielerinnen.

Beim Tischtennis-Traditionsturnier bekommen Einzelstarter einen Mixed-Partner zugelost.

Und so war Florian Wenzel froh, dass die Sachsenwaldmeisterschaften einen besonderen "Service" anbieten. Den "einsamen Herren" wird für die Mixed-Konkurrenz in der Halle Buschkoppel eine Dame zugelost. So gesellte sich Simone Lilie vom TSV Schwarzenbek (Wenzel: "Ich muss erst mal gucken, wer das ist.") zum Abteilungsleiter der TuS. Zusammen bildeten sie bei der 38. Auflage des Traditionsturniers mit circa 300 Teilnehmern alleine bei der Erwachsenen-Konkurrenz ein schlagkräftiges Doppel in der C-Klasse, schieden erst im Halbfinale aus.

Im Einzel lief es für den 28-Jährigen noch besser. Nach dem Viertelfinal-Aus in der C-Klasse siegte er, der zum zwölften Mal am "Pflichttermin" (Wenzel) teilnahm, in der B-Konkurrenz. "Für mich geht es hier aber nicht mehr ums Gewinnen. Ich treffe viele Freunde und Bekannte, habe einfach meinen Spaß", sagte Wenzel.

Während der Dassendorfer bereits ein alter Hase ist, ist Gau Yongzhong noch ein richtiger Frischling. Der chinesische Geschäftsmann, der mit dem für Asiaten typischen Penholder-Griff spielt und seit zwei Wochen offiziell auf den Namen Martin hört, nahm erst zum zweiten Mal an den Sachsenwaldmeisterschaften teil. "Das Turnier macht mir unheimlich viel Freude", sagte der 53-Jährige, der für den Oststeinbeker SV in der Bezirksliga spielt. "Im Vergleich zu den Punktspielen ist hier alles so groß und sehr interessant." Auch wenn für ihn sowohl im C-Einzel als auch im Mixed bereits in der ersten Runde Endstation war, ließ er sich nicht entmutigen. Mit seinem Vereinskollegen René Witthöft scheiterte er im C-Doppel erst im Semifinale.

Die Titel in den höchsten Klassen gingen allesamt an den TSV Schwarzenbek. Ann Kristin Weber siegte im Einzel Damen A vor ihrer Doppelpartnerin Nancy Trompelt. Gemeinsam sicherten sie sich den Erfolg im Doppel. Sören Wegner gewann mit Milan Skrobanek die Doppel-Konkurrenz der Herren A und gegen Skrobanek das Finale im Einzel. Nach der Absage der Top-Spieler Oliver Alke von den Tischtennis-Freunden Bergedorf/Vier- und Marschlande und Björn Ungruhe, der Nummer eins des TSV, hatte auch der favorisierte Kay-Andrew Greil (TTF BVM) krankheitsbedingt passen müssen. Für die Überraschung sorgte Izet Beganovic (TTF BVM). Der 61-Jährige drang bis ins Halbfinale vor, verlor dort gegen den späteren Sieger.

Nachdem der Schwarzenbeker Nachwuchs bereits vor zwei Wochen mit dem Sieg in der Jugendwertung auch die 39. Auflage der Sachsenwaldmeisterschaften in die Europastadt holte, siegten auch die Erwachsenen des TSV klar vor den Tischtennis-Freunden. "Mein Kompliment geht an die Organisatoren. Die Schwarzenbeker leisten hier tolle Arbeit", schloss derweil Wenzel. Im kommenden Jahr wird er sicher wieder am Start sein - egal, ob mit oder ohne "vereinseigene" Dame.