Dalbek-Cup

Turniersieg in Anwesenheit des verlorenen Sohnes

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Florian Neuhauss

Escheburg. Die Freude steht Joachim "Jogi" Ohle ins Gesicht geschrieben. Auch wenn der 23-Jährige beim Hallenfußball-Turnier seines SV Börnsen in der Halle Escheburg nur auf der Empore sitzen kann: Er genießt es in vollen Zügen.

Rückblick: Am 15. November 2008 war der Mittelfeldspieler in der Landesligapartie gegen den SC Europa mit seinem Bein unglücklich unter die Bande gerutscht und mit dem Knie gegen einen Metallpfosten geknallt. Im Krankenhaus wurde ein Trümmerbruch der Kniescheibe und ein Sehnenabriss diagnostiziert. Ohle musste operiert werden, verbrachte zehn Tage im Krankenbett.

Mittlerweile kann er seit eineinhalb Wochen wieder ohne Krücken, dafür mit einer Schiene gehen. Und "Jogi" strotzt vor Optimismus. "Die Ärzte hatten prognostiziert, dass ich ein Jahr aussetzen muss", blickt er zurück. "Doch die Therapeuten sagen, dass ich mein Ziel, bereits im Sommer wieder einzusteigen, durchaus erreichen kann." Seine Mannschaft zeigt ihre Freude auf ihre Weise und wiederholte in Anwesenheit des "verlorenen Sohnes" den Sieg beim Dalbek-Cup aus dem vergangenen Jahr mit 16 Punkten aus sechs Spielen.

Doch beinahe wäre es gar nicht zum Turnier gekommen. Zwar hatte SVB-Obmann Michael Rebsdat bereits Anfang September den Antrag auf Nutzung der Halle gestellt, doch erst vor zwei Wochen bekam er die Zusage. Auf einer Sitzung Mitte Dezember hatten die Escheburger Gemeindevertreter um Bürgermeister Gunther Schrock keinen Beschluss gefasst. Erst ein erneutes Nachhaken Rebsdats brachte Erfolg. "Ich danke dem Gemeindebüro für die kurzfristige Unterstützung", sagte der Obmann des SVB.

Zum großen Konkurrenten der Börnsener schwang sich der TuS Aumühle-Wohltorf auf. Börnsen und Aumühle hatten sich in ihrer ersten Partie 1:1 getrennt. In der Folge schoss der Bezirksligist Tor um Tor, schien den Gastgebern aufgrund der besseren Treffer-Bilanz den Titel abzujagen. "Ich habe meinen Jungs deutlich angemerkt, dass sie Spaß am Fußball hatten" , freute sich Trainer Volker Schmidt und ergänzte lobend: "Sie haben diszipliniert und oft mit nur einer Berührung gespielt."

Doch mit der Herrlichkeit war es gegen den TuS Hamburg vorbei. Die Mannschaft von Alfred Gerdts, der einst die A-Junioren des SC Vier- und Marschlande trainierte, schlug Aumühle mit 2:1. "Da waren wir selbst schuld" , gestand Schmidt ein. Die Aumühler belegten schließlich mit einem Punkt Vorsprung vor der TSV Reinbek den zweiten Platz.

"Ich freue mich, dass wir hier bei unseren eigenen Zuschauern einen guten Eindruck hinterlassen konnten", gab SVB-Trainer Marcel Greve derweil zu Protokoll. In Sachen "Jogi" Ohle bewahrt er allerdings die Ruhe: " Er bekommt die Zeit, die er braucht und soll einen Schritt nach dem anderen machen." Mehr ist mit der Knieschiene für den Mittelfeldspieler momentan auch nicht möglich. "Aber die kommt Ende Januar ab", schließt Rekonvaleszent Ohle mit einem Augenzwinkern.

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