Tischtennis

Zur Belohnung einen Kuss

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Bergedorf (olü). Die Kontrahenten stehen sich in einer Entfernung von knapp drei Metern gegenüber.

Wem es gelingt, durch aggressive Schläge seinen Gegner von der Tischtennisplatte weg zum Rückwärtsgang zu zwingen, bestimmt das Spiel. Kay-Andrew Greil weicht keinen Zentimeter in diesem fünften Satz des Endspiels um die Hamburger Meisterschaft. Der Titelverteidiger vom Regionalligisten Tischtennis-Freunde Bergedorf/Vier- und Marschlande setzt seinen Gegner, Gerrit Weber, dermaßen unter Druck, dass der Spieler des VfW Oberalster die Bälle nur mit Mühe zurück auf die Platte bringt. "Greilo", wie er von allen genannt wird, nutzt gleich seinen ersten Matchball. Die Anspannung weicht, ein Lächeln huscht über sein Gesicht. Zur Belohnung gibt es ein Küsschen von der Freundin.

Mehr Mühe als im Endspiel hatte Greil im Halbfinale. Bei den letzten beiden Aufeinandertreffen gegen Alexander Oltmann (Oberalster) war er jeweils als Verlierer vom Tisch gegangen. Und es begann erneut schlecht. Greil verlor den ersten Durchgang, konnte aber mit Mühe eine 2:1-Satzführung herausspielen. Auch wenn die Schläge nicht wie gewohnt kamen, besiegte er schließlich seinen Angstgegner.

Der DM-Dritte im Doppel ist der letzte verbliebene Spieler der Tischtennis-Freunde. Für Patrick Khazaeli, Jan Wendlandt und Heinz Christian Baumann war bereits im Achtelfinale Endstation. Ein Achtungserfolg gelang Izet Beganovic, der für die zweite BVM-Mannschaft spielt. Der 61-Jährige zog als Erster seiner Gruppe ins Hauptfeld ein, bevor auch für ihn das Aus kam.

Im Finale trafen die beiden Topgesetzten der Meisterschaft aufeinander. Nach dem Gewinn des ersten Satzes (11:9) sah die Nummer zwei der Tischtennis-Freunde im zweiten Durchgang beim Stand von 9:2 bereits wie der sichere Sieger aus. Aber Weber kämpfte sich zurück in dieses Spiel und gewann mit 13:11. Doch damit schien er sein Pulver verschossen zu haben. Mit 11:4 ging der folgende Satz an Greil. "Man bin ich kaputt", stöhnte der Titelverteidiger. BVM-Teammanager Hans-Martin Gürtler munterte seinen Schützling auf. Es schien zu wirken. Greil spielte seinen Gegner im vierten Durchgang an die Wand (11:2). Spätestens als der Bergedorfer einen Ball im fünften Satz mitten ins Netz schlug, die kleine Zelluloidkugel durch den ungeheuren Drall des Schlages aber doch ins Feld sprang, war der Widerstand von Weber gebrochen. Er verlor 6:11 und damit das Finale mit 1:4. "Ich bin nicht mehr so heiß auf einen Titel wie vor sieben, acht Jahren. Aber dennoch freue ich mich natürlich", resümierte der alte und neue Hamburger Meister.

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