Fitness

Der richtige Sport für ein gesundes Leben

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Volker Gast

Bergedorf. In einer idealen Welt würden wir alle rückenschwimmen. Flach mit dem Rücken auf der Wasseroberfläche, ohne Bewegung der Arme, nur vorangetrieben durch den ruhigen Beinschlag. So sieht er aus: der denkbar gesündeste Sport. Getragen vom Wasser werden alle möglichen Fehlbelastungen vermieden.

In einer weniger idealen Welt wiederholen sich jedes Jahr aufs Neue kleine, allzu menschliche Tragödien. Von den guten Vorsätzen zum neuen Jahr ist meistens schon nach gut zwei Wochen nicht mehr allzu viel übrig. Eine weltweite Internet-Umfrage ( www.goalsguy.com ), an der sich rund 300 000 Menschen beteiligten, ergab, dass das Ziel, abzunehmen und fitter zu werden, die Hitliste der guten Vorsätze anführt. Es rangiert noch vor den Wünschen, die eigenen finanziellen Verhältnisse in den Griff zu bekommen, mehr Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen oder den Traumpartner zu finden.

Doch der Weg zur schlanken Linie ist kein Sprint, sondern ein Marathon. "Man darf sich beim Abnehmen nicht einen bestimmten Zeitpunkt vornehmen, der begrenzt ist, schließlich braucht man lange, um seinen Lebensstil zu ändern", rät Frank Kuhlmann, Leiter Organisation Rehabilitation und Sport in der Praxis-Klinik Bergedorf. Die Universitätsklinik Freiburg und die Deutsche Sporthochschule Köln haben dafür das "Mobilis"-Programm entwickelt, das auch in der Praxis-Klinik Bergedorf angeboten wird ( www.mobilis-programm.de ). Die Grundidee besteht darin, ein sportliches Training für Abnehmwillige durch theoretische Hintergrundinformationen zu den Bereichen "Bewegung", "Ernährung" und "Psychologie" zu ergänzen.

Ein gutes Beispiel für den Erfolg sanfter Bewegungskonzepte ist Nordic Walking. Das sportliche Gehen ist gelenkschonender und leichter zugänglich als Joggen, verbrennt aber dafür im Vergleich auch nur rund ein Drittel der Kalorien. "Das macht aber nichts", stellt Kuhlmann klar, "das Wichtige ist, dass die Menschen überhaupt in Bewegung gekommen sind." In einer Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung aus dem Jahr 2004 wird die Zahl der sportlichen Geher in Deutschland auf rund acht Millionen geschätzt, die der Jogger auf 17 Millionen.

Gesundheitssport kann nicht nur vorbeugend eingesetzt werden, er eignet sich auch, den Heilungsprozess nach einer Verletzung oder Erkrankung zu verbessern. Wie beim Abnehmen ist auch hier Geduld der wichtigste Faktor. Zudem kommt es sehr auf den individuellen Fall an. Die folgenden Hinweise müssen folglich sehr allgemein bleiben. Eine Beratung durch einen Arzt ersetzen sie auf keinen Fall.

Bei Bluthochdruck kann Ausdauersport positiv wirken. Allerdings ist er nicht dazu geeignet, ein notwendiges medikamentöses Einstellen des Bluthochdrucks zu ersetzen.

Wer erkältet ist, sollte die Trainingssachen eine Weile in der Ecke lassen. Liegt nämlich ein bakterieller Infekt vor, kann der das Herz schädigen. "Wer Fieber hatte, sollte danach mindestens drei Tage pausieren", nennt Kuhlmann eine Faustregel.

Wer unter Rückenproblemen leidet, kann dies am besten durch gezieltes Fitnesstraining lindern, das die Rückenmuskulatur stärkt. "Das ist wie bei einem Schiffsmast, der mit Seilen verspannt ist", erklärt Kuhlmann, "je mehr Taue ihn halten, desto stabiler ist er."

Auch Knie- oder Hüftschäden müssen nicht das Ende der Sportkarriere bedeuten. "Joggen geht danach wieder auf jeden Fall", verspricht Kuhlmann. Wie Ausdauersport für ihn ohnehin "das A und O" eines gesunden Lebensstils ist. Gehen, Joggen, Schwimmen, Radfahren - Sportarten, die jeder kennt und ausüben kann, sie sind der beste Weg zu einem gesunden Leben.

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