Kriminalität

Kluchs Anwalt: "Alle Vorwürfe haltlos"

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Olaf Lüttke

Lohbrügge. Der Vorwurf wiegt schwer: Waldemar Kluch, Geschäftsführer des DIMA-Sportcenter in Lohbrügge, soll Russen illegal nach Deutschland eingeschleust haben. In 41 Fällen ist der 50-jährige Brunsbeker verdächtig, Visa-Unterlagen verfälscht zu haben.

Jetzt lässt Kluch, der sich in Dubai aufhält, über seinen Anwalt Olaf R. Dahlmann erklären: "Alle Vorwürfe sind absolut haltlos." Demnach hätte Kluch nur in fünf oder sechs Fällen Einladungsschreiben an die Botschaft in Moskau übersandt. Mit den restlichen gefälschten Visa-Unterlagen will Kluch nichts zu tun haben. Laut Dahlmann hätten Dritte die Briefköpfe der "Sport Promotion GmbH", deren Geschäftsführer Kluch ist und über die die Einladungen liefen, gefälscht.

Auf einer Liste tauchen Namen von Fußballern wie Alexey Kozlov auf, der in der Saison 2004/05 für Bergedorf 85 in der Oberliga gespielt hat. Neben dem ehemaligen "Elstern"-Kicker sind auch Spieler von Atlantik 97 aufgeführt wie Denis Urdin und Andrey Grushin. Und hier kommt der Name Juri Sawitschew ins Spiel.

Der frühere Profi des FC St. Pauli und achtfache Nationalspieler der UDSSR steht dem Bezirksligisten beratend zur Seite, gibt taktische Tipps. Über seine Kontakte zum FC St. Pauli hat er dem 20-jährigen Grushin, der russischer U 18- und U 19-Auswahlkeeper war, ein Probetraining bei den Kiezkickern vermittelt. Sawitschew, der in Norderstedt wohnt und arbeitslos ist, wird nun von der Staatsanwaltschaft Beihilfe vorgeworfen. Er soll an der Einschleusung des talentierten Torhüters beteiligt gewesen sein. "Damit habe ich nichts zu tun. Ich war selbst völlig überrascht", sagte Sawitschew, dessen Wohnung am Dienstag zeitgleich zum DIMA, Kluchs Privathaus in Brunsbek und dessen Büro seiner Spielhallen-Kette "Ritzio North Germany" an der Osterrade in Lohbrügge durchsucht wurde.

Bei der Ausreise von Grushin, der in der Hinrunde für Atlantik zwischen den Pfosten stand und mittlerweile wieder in seiner Heimat ist, soll es Probleme gegeben haben. Sawitschew erklärt hierzu: "Das Visum war in Ordnung. Nur sein Name stand nicht im Computer. Der Fehler liegt bei der deutschen Botschaft in Moskau."

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