Damen-Handball

"Für ein Derby war das zu wenig"

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Dirk Schulz

Lauenburg. Nur der Klassiker nach großen Siegen, "We are the champions", fehlte im Lied-Repertoire der Spielkonsole. Doch davon ließen sich die Oberliga-Handballerinnen des TuS Aumühle-Wohltorf auf ihrer Weihnachtsfeier im Anschluss an das Derby bei der Lauenburger SV nicht abhalten.

Bis tief in die Nacht hinein sangen die Aumühlerinnen freudestrahlend nach dem 25:19-Erfolg vor rund 300 Zuschauern in der "Hasenberghölle" - wie die Gastgeberinnen ihre Spielstätte nennen. "Hier zu gewinnen, ist immer etwas Großes", freute sich TuS-Coach Thomas Brodeßer.

Dagegen mussten die Lauenburgerinnen nach der Niederlage ihre Wunden lecken. Besonders hart traf es Lena Blaschke. Nach einem Zusammenstoß mit dem Kopf von Teamkameradin Lena Mehrkens zog sie sich ein blaues Auge und ein gebrochenes Nasenbein zu. Mehrkens schmerzten Lippe und Zähne. "Und bei Niederlagen tut so etwas noch mehr weh", wusste ein enttäuschter LSV-Trainer Rolf Ahrenbog.

Nur ein einziges Mal kam im Prestigeduell Spannung auf: In der 40. Minute konnte die stets hinten liegenden Lauenburgerinnen den Rückstand auf einen Treffer verkürzen (12:13). Doch nur 60 Sekunden später lag Aumühle schon wieder mit drei Toren vorn. "Den Favoriten zu erschrecken, klappte nur kurz. Aber für ein Derby war unser Auftritt einfach zu wenig", klagte Ahrenbog.

Besonders in der ersten Hälfte hatte die LSV mehr Probleme mit sich selbst als mit dem keineswegs berauschenden Tabellenführer. Immer wieder wechselten sich in aussichtsreicher Position leichte Fangfehler und unplatzierte Würfe ab. "Wir waren wohl übermotiviert", rätselte Ahrenbog. So setzten sich die Aumühlerinnen schnell auf vier Tore ab (6:2, 11.) und hielten diesen Vorsprung auch bis zur Pause (11:7).

Erst nach dem Seitenwechsel kamen die "Elbdiven" besser in die Partie. Aber das zarte Pflänzchen Hoffnung auf eine Überraschung ging, wie erwähnt, schnell wieder ein. Schon als die beste Torschützin der Partie, Aumühles Claudia Franke, zum 22:17 traf (56.) war die Partie entschieden.

Fortan war die Aumühler Weihnachtsfeier gerettet. Beim Singen belegte Broeer übrigens als "Hahn im Korb" mit dem Bob Marleys Klassiker "No woman, no cry" mit Abstand den letzten Platz.

LSV-Tore: Mehrkens (7/3), Blaschke, Lucas (4), Gelsen (2/1), Jender, Lemmermann (je 1).

TuS-Tore: Franke (8), Pörnig (6), Meschede (5), Westphal (3/1), Dehms (2), Wiebracht (1).

* Nach Spielende stürzte LSV-Fan Heinz Klicker auf der Tribüne, zog sich zwei große Platzwunden am Kopf sowie eine Blessur an der Hand zu und musste ins Krankenhaus gebracht werden.

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