Fußball-Landesliga

TuS Dassendorf gelingt die Wende

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Volker Gast

Dassendorf. So ein sonniges Gemüt hat nicht jeder: Aufmunternd klatscht Sören Deutsch, Stürmer des Fußball-Landesligisten SV Börnsen, beim Stand von 1:2 gegen sein Team in die Hände. "Kommt Jungs! Es ist noch jede Menge Zeit zu spielen, und wir sind nur ein Mann weniger!" Die Hoffnung stirbt halt zuletzt.

Was Deutsch, der nach einer Kieferoperation mit Schmerztablette spielte, nicht ahnen konnte: Am Ende sollten die wackeren Börnsener nicht nur mit einer 1:3-Niederlage bei der TuS Dassendorf vom Platz gehen, sondern auch nur mit neun Mann.

Spielentscheidenden Charakter besaß die Rote Karte allerdings nicht mehr, die sich Börnsens Fabian Ziethmann in der Schlussminute wegen Meckerns abgeholt hatte. Anders als der Platzverweis für Sebastian Busch 19 Minuten zuvor, der mit beiden Beinen voran in Karim Cissé hineinrauschte. Doch es war ein bezeichnendes Bild für das hochanständige Auftreten der beiden in nachbarschaftlicher Rivalität verbundenen Teams: Busch, obwohl vom Schiedsrichter bereits ermahnt, endlich den Platz zu verlassen, wartete solange, bis Cissé sich erholt hatte und eine Entschuldigung entgegennehmen konnte.

Sportlich gesehen neutralisierten sich beide Teams über weite Strecken der ersten Hälfte. Torchancen waren Mangelware. Wie aus dem Nichts fiel dann die 1:0-Führung für die Gäste. Nach einem überraschenden Pass in die Tiefe stürmte Dennis Bahr seinem Gegenspieler Thomas Schwager und der gesamten Dassendorfer Abwehr davon und schloss nervenstark ab.

Das war natürlich ein Schock für die Hausherren, die über sich selbst im eigenen Stadionheft lesen durften, dass ihre Verunsicherung derzeit "nicht wegzuleugnen" sei. Trainer Oliver Schweißing bemühte sich, das Positive herauszustreichen: "Wir haben schon vor der Pause gut kombiniert, flüssig nach vorne gespielt. Nach dem Seitenwechsel sind wir dann folgerichtig auch zu Toren gekommen."

Eine Standardsituation brachte die Wende. Eine Ecke von Schwager köpfte Mathias Drast freistehend am ersten Pfosten ein. Jetzt wurde das Spiel offener, Torraumszenen blieben jedoch zunächst weiter Mangelware, bis Patrick Lockstedt von der Strafraumgrenze abzog und flach zum 2:1 für die Dassendorfer traf (68.).

Die Begegnung war also tatsächlich gekippt. "Wir hatten zu viele leichte Ballverluste und waren im Mittelfeld zu weit weg vom Gegenspieler", analysierte SVB-Trainer Marcel Greve. Dieses Problem verschärfte sich natürlich noch durch Buschs Rote Karte.

In einer rasanten Schlussphase hatten die Dassendorfer die besseren Chancen. Zunächst vertändelte Benny Thiel freistehend vor Börnsens Keeper Patrick Scheu (83.), dann staubte Ilker Ceylan zum 3:1-Endstand ab (87.). Und damit dürfte die Verunsicherung der vergangenen Wochen bei der TuS nun endgültig Vergangenheit sein.

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