Handball-Oberliga

Im Stile eines Spitzenreiters

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Olaf Lüttke

Beeke Putfarken könnte sich Zeit lassen. Die Partie der Handball-Oberliga gegen die zweite Mannschaft des SVTO Neumünster ist längst entschieden, es sind nur noch wenige Sekunden zu spielen, Doch die Keeperin des TuS Aumühle-Wohltorf hat es eilig.

Sie läuft hinter das Tor, um den Ball zu holen. Dabei bleibt sie im Netz hängen und fällt unglücklich auf die rechte Hand. Unter Schmerzen wirft sie den Ball zu einer Mitspielerin. Dann ertönt der Schlusspfiff. Die 19-jährige Putfarken muss sich behandeln lassen, die Hand ist bereits angeschwollen. Auch Marion Meschede hat es erwischt, der rechte Daumen ist ausgekugelt. Die Verletzungen der beiden TuS-Spielerinnen waren jedoch die einzigen Wermutstropfen, denn die Aumüherinnen gewannen die Partie souverän mit 33:18.

Nur bis zum 7:7 (13.) konnten die Spielerinnen aus Neumünster mithalten. Dann setzten sich die Gastgeberinnen vor knapp 100 Zuschauern in der Halle an der Ernst-Anton-Straße ab. Unterstützt vom rhythmischen Klatschen der TuS-Fans warf Inga Westphal nach 20 Minuten zum ersten Mal eine Drei-Tore-Führung heraus (10:7). Die 27-Jährige avancierte in der Folge zur besten Spielerin der Partie. Insgesamt zehn Tore erzielte sie und ebenso oft schallte es "Hey, Inga, hey" nach der Verkündung der Torschützin von der Tribüne.

Konsequent bauten die Gastgeberinnen ihren Vorsprung aus. 13:7 stand es nach 24 Minuten, mit 17:10 ging es in die Pause. Auch in der zweiten Hälfte ließ der TuS nicht nach. Besonders das Umschalten von Abwehr auf Angriff klappte fast reibungslos, während Neumünster häufig viel zu behäbig agierte. Bis auf 15 Tore setzten sich die Gastgeberinnen schließlich gegen den Vorletzten ab (31:16, 56.).

Auch wenn Westphal die auffälligste Aumühlerin war: Die Mannschaft präsentierte sich insgesamt als Einheit, zeigte, warum sie zu Recht an der Tabellenspitze steht. Die Ausfälle von Ina Dehms und Sylvia Schmenk konnte das Team ohne Probleme kompensieren. Keine Frage, in ihrer derzeitigen Verfassung führt die Meisterschaft nur über den TuS Aumühle-Wohltorf. Auch wenn Trainer Thomas Brodeßer noch auf die Euphorie-Bremse tritt und sich gegen Neumünster "mehr Ordnung und Struktur" gewünscht hätte.

TuS-Tore: Westphal (10/1), Pörnig (6), Franke (5), Meschede (5/2), Wiebracht (3), Seidel, Harnack (je 2).

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