SV Curslack-Neuengamme

Vom Ball-Holer zum Leistungsträger

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Dirk Schulz

Auf diesen Moment hatte Philipp Többen lange warten müssen. Am vergangenen Wochenende gegen den Meiendorfer SV stand der 28-Jährige erstmals seit seinem Wechsel zum SV Curslack-Neuengamme im Sommer 2007 in einem Punktspiel fast die komplette Partie auf dem Feld. Und mehr noch.

Heute tritt Mittelfeldspieler Philipp Többen mit dem SV Curslack-Neuengamme bei Voran Ohe an.

Der defensive Mittelfeldspieler avancierte beim 3:1-Erfolg über den damaligen Spitzenreiter der Fußball-Oberliga zum besten Mann auf dem Platz, steuerte zudem per wuchtigem 20-Meter-Kracher den Treffer zum 3:0 bei. "Das war ein angenehmes Gefühl", sagt Többen bescheiden. Dabei hätte er allen Grund, in größeren Jubel auszubrechen. Über ein Jahr dauerte seine Leidenszeit. Noch bei seinem Ex-Verein Voran Ohe riss er sich im letzten Spiel der Saison 2006/07 das Kreuzband des rechten Knies. Ausgerechnet jetzt, wo er an alte Leistungsstärke anzuknüpfen scheint, schließt sich der Kreis. Heute Abend tritt der SVCN - sofern es die Witterungsverhältnisse zulassen - in Ohe zum Nachbarschaftsduell an (19.30 Uhr, Amselstieg).

"Mir fehlen immer noch Spritzigkeit und Kraft. Ich bin erst bei 85 Prozent", wiegelt Többen ab. Aber immerhin ist die nervtötende Zeit des Zuguckens seit Saisonbeginn vorbei. Behutsam baut ihn SVCN-Trainer Torsten Henke seitdem auf, dehnte die Einsatzzeiten peu à peu aus und gewährte seinem Mittelfeldlenker auch mal eine Pause - wie vor dem Meiendorf-Spiel beim SC Concordia. "Philipp ist für uns unglaublich wertvoll. Nicht nur sportlich, auch als Typ ist er für unsere junge Mannschaft als Führungsspieler wichtig. In der vergangenen Saison haben wir ihn schmerzlich vermisst", betont Henke. Als Többen nur die Rolle des Ball-Holers aus dem Knick blieb, stürzten die Vierländer in den Abstiegsstrudel. Erst am vorletzten Spieltag retteten sich die Curslacker mit einem 2:1 in Ohe.

Heute sind die Vorzeichen ungekehrt: Der SVCN schwebt auf Erfolgswelle, Voran krebst im Tabellenkeller herum. "Wir machen jetzt das durch, was Curslack vergangene Saison hatte", weiß Kotrainer Lars Gawel. "Allerdings ist die Situation nicht ganz vergleichbar. Der SVCN musste bei uns unbedingt gewinnen. Wir haben es noch selbst in der Hand, haben noch die komplette Rückrunde Zeit." Geht es nach dem ehemaligen Oher Többen, müssen die Hausherren im letzten Spiel der Hinrunde auch auf Zählbares verzichten. "Ich hoffe, dass sie häufiger punkten. Aber erst ab der nächsten Woche", sagt er schelmisch. Da hilft den Gastgebern auch das freundschaftliche Verhältnis zu den Gästen nichts.

Bei Ohe wird nach der Trennung von Keeper Sebastian Maack Björn Hamdorf zwischen den Pfosten stehen. Auch Sven Maric beißt nach seiner in Egenbüttel erlittenen Risswunde an seinem "besten Stück", die mit fünf Stichen genäht werden musste, auf die Zähne. Beim SVCN fallen dagegen wohl Torjäger Christian Spill und Julian Sander wegen muskulärer Probleme aus.

"Ich hoffe, dass Voran Ohe wieder häufiger punktet. Aber erst ab der nächsten Woche."

Philipp Többen, Ex-Oher im SVCN-Dress

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